Donnerstag, 30. Juli 2009

Maison Ninon, 2008 (Frankreich, Cinsault / Syrah)

%Vol: 12.0
Preis (je 0,75l): 3.99 (Rossmann)
Tastingtermin: 30.07
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Oifaktorisch bestrachtet ist der "Ninon" eher flüchtig. Da ist eine Erdbeerfrische, aber nichts übertrieben auffälliges. (1)

Körper: Wässrig mit einer deutlichen Herbe. Er schmeckt dabei nicht so übel, wie das jetzt klingt, wartet eben aber auch mit keinerlei bemerkenswerten Aromen auf. Fünf Punkte, weil kein Geschmack: weder guter noch schlechter. (5)

Abgang: Bitter und sauer. Schade eigentlich. (0)

Fazit: Ja, schon enttäuschend, gerade in Anbetracht des doch üppigen Preises und der zuvor eigentlich positiven Erfahrung mit Rossmann-Weinen; dennoch trinkbar. (6)

Snobfaktor: 10.03

Prollfaktor: 15.04

Cidre de récoltant (Frankreich, Bedan)

%Vol: 2.0
Preis (je 0,75l): 3.99 (eborisa)
Tastingtermin: 30.07
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Alternativen zum Rosé

Nase: Frische Süße mit klarem Apfelaroma, aber eine prägnanten Honignote. In Honig eingelegter Apfel. Jammi. (2)

Körper: Der Körper entwickelt sich, ist nicht unform, startet den aromatischen Turbo. Zunächst wird die durch die Kohlensäure abgefangene Süße deutlich, die etwas an Apfelkuchen erinnert. Diese wird durch eine weiche Frische abgelöst, apfelig, vollmundig, schön. Wenn das abklingt steigt eine feine Herbe auf, die dem Ganzen eine angenehme Wende bringt. (8)

Abgang: Besagte Herbe ist hält ein, zwei Momente, wird dann aber durch die darunterliegende Süße überdauert. Es bleibt eine ganzkleinwenig klebrige Apfelsüße, Tendenz Apfelbonbonaroma. (1)

Fazit: Da die Süße trotzallem recht spürbar ist, wird dieser Cidre nach schon wenigen Gläsern etwas pappig. Für den gelegentlichen Genuss wohl zu empfehlen sollte man die Flasche lieber mit Freunden teilen, um den schönen Geschmack mitzunehmen, ohne ihm allzubald überdrüssig werden zu müssen. (11)

Snobfaktor: 18.38

Prollfaktor: 2.51

Montag, 13. Juli 2009

Jean d'Aosque, 2007 (Frankreich, Syrah)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 4.49 (ebrosia)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Wider den Discountern - das ebrosia-Experiment (Teil 4): 5 Rosé unter 5 Euro vom Online-Fachhändler!

Nase: Leichte, fruchtige Nase mit etwas Erdbeere. (1)

Körper: Wir haben hier eine cremige Schwere mit spürbarem Alkohol. Vollmundig und durchaus als Rosékonzentrat zu verkaufen schindet der "Jean" Eindruck. Dies ist auf keinen Fall ein spritziger Rosé, sondern ein kräftiges Gemüt, welches man besser ordentlich abkühlt vor dem Genuss. (7)

Abgang: Die sich im Aroma leicht andeutende Bitterkeit entfaltet sich im Abgang leider allzudeutlich. Im Gegensatz zu anderen präsenteren Weinen bleibt vom Aroma nicht mehr übrig als eine Bitterkeit, an deren Verfliegen eine etwas unangenehme Süße haftet. (0)

Fazit: Kein schlechter Wein, aber ganz sicher etwas anspruchsvoller, nicht geeignet zum Durstlöschen und für heiße Tage. Preislich am oberen Limit enttäuscht er dabei allerdings allzusehr mit schwachem Abgang, so dass er nicht nur nicht als Sommerrosé, sondern auch als Abendwein kein übertrieben naheliegender Kandidat ist. Vernünftig trinkbar, aber nicht zum Bevorraten zu empfehlen. (8)

Snobfaktor: 11.88

Prollfaktor: 13.92

Pieuré Saint-Hippolyte, 2008 (Frankreich)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 3.33 (Globus)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Nase: Süßlich, marmeladig, leicht süßkirschig, auch gern melonig. Riecht etwas nach Zinfandel ... schmeckt gottseidank nicht danach. (1)

Körper: Kräftig, wir spüren den Alkohol ... im Sinne von: schmecken. Ausgesprochen schmackhaft. Markant süß, nicht aggressiv, aber gehaltvoll. Dabei ist er nicht zu schwer, durchaus würdig zum Mehrtrinken. Cassis. Apfel. (7)

Abgang: Für diesen süßen Wein hat er doch eine in diesem Fall wirklich erkennbare leichte Astringenz ... trotz der Süße. Mit der Süße. Bleibt die Süße. (0)

Fazit: Zu echt, um schlecht zu sein, zu süß, um länger zu taugen. (8)

Snobfaktor: 21.55

Prollfaktor: 18.77

Ventoux, 2008 (Frankreich, Grenache / Cinsault / Carignan / Syrah)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 2.90 (Globus)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Nase: In der Nase, haben wir eine kühle, leicht herbe Frische; durchaus angenehm und unaufdringlich. Macht keine großen Versprechungen und weckt auch keine bösen Befürchtungen. (1)

Körper: Eins ist sicher: der "Ventoux" ist ein ausgesprochen trockener Rosé. In einem klassischen Tannin-Move legt er einem die Zunge trocken, voller Überzeugung, dass sein natürlicher Aggregatzustand nicht liquid ist. Dabei allerdings wartet er mit einer überraschenden Fruchtigkeit auf, frei aller Süße oder Kohlensäure, aber deutlich wie eine Mischform aus Melone und Sternfrucht. Paradox wie es klingt, ist er dabei erschreckend ausgewogen; so dass er wenig Spielraum für imaginäre Verbesserung lässt. (9)

Abgang: Es kommt eine leichte, aber unbedeutende Herbe hinzu, die von einer durchaus recht standhaften Frische kompensiert wird. Alles in allem kein Flip Flop, aber man geht auch nicht in die Knie. (1)

Fazit: Die Kombination aus Trockenheit und Frucht machen den "Ventoux" zu einem anspruchsvolleren Rosé, mal abseits der Frucht-, Tannin- und Säurebomben. Man muss sich nicht vormachen, dass die Sonne untergehen muss und alles würde gut (denn die Hitze wäre weg), sondern man muss einsehen, dass es hier ein 24h-Genusswein ist. Viel können wir im Sommer davon zweifellos nicht trinken - dafür ist er zu trocken - aber gerade in Rücksichtnahme auf den Preis haben wir hier einen Kandidaten, der sich wirklich mal lohnt, abseits des Sommerrosé frequentiert zu werden. Eine gelungene Mischung, wie man vielleicht auch erwarten sollte, wenn man schon ein knappes halbes Dutzend Rebsorten zusammenschmeißt. (11)

Snobfaktor: 25.29

Prollfaktor: 21.55

Sonntag, 5. Juli 2009

Gallo, 2007 (U.S.A., Grenache)


%Vol: 9.5
Preis (je 0,75l): 4.99 (REWE)
Tastingtermin: 05.07
Tastingmaster: Jakob, Marian, Sebastian


Nase: Süß, papierig, etwas nach Kirsche. (1)

Körper: Süß, pappig, etwas nach Kirschgelee. (4)

Abgang: Süß. (1)

Fazit: Was für ein Scheiß! Nun gut, man hat mich davor gewarnt, ich hätte es besser wissen müssen, es ist alles meine Schuld. Und natürlich passt es ins Bild: Wir brauchen die Feindbilder der bösen Großindustriellen, um unsere eigenen Federweiserexperimente zu legitimieren und natürlich passen in diese am besten weiße, californische Republikaner, die in ihren Disney-inspirierten Geldspeichern Hispanoboys missbrauchen. Der "Gallo" ist keiner weiteren Worte wert, man hätte auf den alten Bukowski hören sollen und die Finger davon lassen. (6)

Snobfaktor: 8.02

Prollfaktor: 9.52

Freitag, 26. Juni 2009

Johannes Egberts, 2008 (Pfalz, Spätburgunder)

%Vol: 13.0
Preis (je 0,75l): 2.29 (plus)
Tastingtermin: 26.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Mit einer leicht säuerlichen, trockenen Nase macht dieses Glas einen recht weißweinigen Eindruck und bestätigt damit die Erwartung, die die recht helle Farbe weckt. Dabei ist sie jedoch durchaus angenehm, und trotz furchtbarer Erfahrungen mit als Rosé getarnten Weißweinen, wollen wir ja nicht mehr vorurteilsbehaftet sein, als wir es Tag aus, Tag ein sowieso sind... (1)

Körper: Frisch, leicht säuerlich, ohne übertriebene Fruchtigkeit oder Schwere. Die Nähe zum Weißwein ist spürbar, aber man kann ihn dennoch einigermaßen vernünftig pur trinken. Der "Johannes E." macht keine Zicken, aber auch keinen Lapdance. (6)

Abgang: Der Körper kippt um und übrig bleibt ... nix. (0)

Fazit: Auch unter der Maßgabe eines Highspeedtastings vor dem Kinogang bilden wir uns ein, ein profundes, professionelles, wissenschaftliches und zeitlos gültiges Urteil über diesen Wein gebildet zu haben. Und das lautet: Er ist durchaus trinkbar, schnell und schmerzlos, und sicherlich damit auch fair im Preis. Zum Essen ist er dabei sicherlich besser geeignet als pur, aber er gehört auf keinen Fall zu den Weinen, den man aus Stolz oder Snobismus abweisen sollte, wenn auf einer Feierlichkeit einem ein Kasten angeboten wird oder jemand am Straßenrand eine angebrochene Flasche verloren hat. (7)

Snobfaktor: 20.38

Prollfaktor: 28.38

Mittwoch, 24. Juni 2009

Louis de Montgérac, 2007 (Frankreich, Bordeaux)


%Vol: 12.0
Preis (je 0,75l): 3.49 (aktiv Discount)
Tastingtermin: 24.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Vollnasig, vielversprechend, leiche Süße, sehr präsent. (2)

Körper: Da gibt es kaum spürbar Kohlensäure, dennoch haben wir eine angenehme Frische, die entgegen des "Folinari" dennoch eine offensive aromatische Vielfalt besitzt. Die Stärke eines Bordeaux meldet durchaus ihren Anspruch an. Gut komponierte Charakteristik, eine Note von Sauerkirschen, die an trockenes Gelee erinnert, zuckerfreie rote Grütze ... mit einer Idee von Kräutern ... ja ... Kräutern der Provinz ... ja : Thymian! (9)

Abgang: Hier findet sich leider keine überragende Wende, der Geschmack bricht in eine bittere Note, die zunimmt, je mehr man trinkt. Diese ist nicht übermannend, aber dennoch zu deutlich, um sie zu vernachlässigen. (1)

Fazit: Der Hauptmakel am "Louis" ist wohl, dass nach umfangreichem Konsum die Bitterkeit im Abgang zu überwiegend wird. Das ist der einzige Haken, denn ansonsten haben wir hier einen tollen, ausgewogenen Rosé. Aber eben vielleicht eher zum bedachten Genuss als maßlosen Konsum zu empfehlen. (12)

Snobfaktor: 22.92

Prollfaktor: 17.19

Samstag, 13. Juni 2009

Folinari Aurora, 2008 (Italien, Pinot Grigio)


%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (REWE)
Tastingtermin: 13.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Nicht vorhanden ... ja doch: schwach vorhanden ... also nicht wie Wasser ... Erkennung: Wein. Erkennung: Rosé könnte man vielleicht noch sagen. Aber eben ohne Inhalt. Irgendwie... (0)

Körper: Anders als die meisten leichten sommerlichen Rosé besticht der "Folinari" nicht durch Kohlensäure, sondern die Leichtigkeit kommt von der Abwesenheit schwererer Aromen oder Bitterkeit. Es ist eine Wässrigkeit im nicht-negativen Sinne. Der Alkohol ist kaum spürbar und es bleibt weder Säure noch Abstringentifigenz (neues Lieblingswort!) über, die einem das Trinken versauen könnte. Eine leichte Süße, die sich aber nicht in konkrete Aromen aufschließen lässt, begleitet das Ganze. Damit bekommen wir hier eine schlichte Form von einem Sommerrosé, gut trinkbar aber keinesfalls anspruchsvoll. (7)

Abgang: Der Abgang entspricht dem Körper. Die darin erreichte Leichtigkeit bleibt lange erhalten, neue Aspekte treten allerdings nicht hinzu. In umgekehrter Genussreihenfolge würde der Abgang sogar einen noch etwas besseren Wein nahelegen - er ist eines wahrhaften Sommerrosé würdig. (2)

Fazit: Jeder Tastingbeitrag hat eine Geschichte. Ich erinnere mich, dass "Folinari" einmal ein Cabernet-Sauvignon-Tasting bei uns aufwirbelte, und so haben wir guten Grund, auch den Rosé dieses Hauses zu probieren...
Nein, haben wir nicht. Dieser Rosé ist ein Grauburgunder, und wenn wir beginnen den mit CabSauv zu vergleichen, können wir eigentlich auch gleich Pepsi gegen Apollinaris an den Start schicken.
Dieser Tastingbeitrag hat also keine Geschichte. Wir haben ihn gekauft, weil wir ihn uns vom zusammengesammelten Pfandgeld gerade so leisten konnten.
Um so überraschender, dass wir für ihn eine Sonderempfehlung aussprechen können: Trotz der eher durchschnittlichen Wertung wollen wir diesen Rosé vor folgendem Hintergrund empfehlen: Es ist kein übertrieben guter Wein, aber ein treffsicherer Sommerrosé, weil er trotz fehlender aromatischer Komplexität eine angenehme Leichtigkeit bei wohligem Geschmack erreicht; gekennzeichnet durch die Abwesenheit negativer Faktoren (ein schlichter Volkswein sozusagen ... Zinfandel also!). Es ist gewissermaßen die Grundsubstanz zum Sommerwein, hier müssten jetzt nur noch Aromen hinein ... Kirschlikör oder so. (9)

Snobfaktor: 20.07

Prollfaktor: 20.07

Dienstag, 9. Juni 2009

Vina Vilano Ribera del Duero Rosado, 2008 (Spanien, Tempranillo)

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 4.76 (ebrosia)
Tastingtermin: 09.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Wir vernehmen einen eigensinnigen Geruch, der eine gewisse Blumigkeit aufweist, und an Himbeere erinnert ... mich ferner an die Hefeklöße meiner Großmutter. (1)

Körper: Besonders auffällig ist zunächst die Kohlensäure, die einen feinen Gegenpunkt zu dem sonst sehr kräftigen und schweren, spürbar alkoholischen Körper darstellt. Das ist im Grunde auch der Hauptkniff des "Vina Vilano", durch die Gleichzeitigkeit von aromatischer Schwere und spritziger Frische eine Rotweinbitterkeit mit typisch sommerlicher Kohlensäure zu kombinieren. Das Dumme daran ist, dass beide Richtungen sich nicht so recht um ein charakteristisches Zentrum drehen wollen, sondern eher nebeneinander stehen. Das tun sie zwar nicht in einem solchen Extrem, dass sie völlig losgelöst wären, aber dennoch spürt man deutlich, wie Rotwein hier mit Sekt ringt. Kein schlechter Rosé, aber zu astringent für den Sommer. (7)

Abgang: Interessanter Abgang. Im Nachspiel hält sich der Körper wie ein Großer. Es interveniert allerdings alsbald eine gewisse Säure, die eine Spitze anführt, nach deren Einbrechen der Geschmack immer noch da ist. Die Säure zieht gewissermaßen in die Zunge ein und hinterlässt etwas, was an die Nase erinnert (die Hefeklöße!). Insgesamt ist hat der "Vina Vilano" einen wohligen Nachklang mit spektakulärem Standvermögen ... der hält sich wie ein Rotwein! (3)

Fazit: Das hier ist alles andere als ein schlechter Wein, er ist sogar ausgesprochen interessant. Wir sind über ihn sogar ausgiebig mit uns in Klausur gegangen. Er hat Charakter und ist durchaus lecker, aber es fehlt eben der letzte Schliff und die Sommertauglichkeit. Eigentlich müsste man ihm außerdemeinen Bonuspunkt für den sexy knallroten Kunststoffkorken geben. (11)

Snobfaktor: 15.41

Prollfaktor: 13.66

=> auch getestet von André

Golden Kaan, 2008 (Südafrika, Pinotage)

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 4.79 (aktiv Discount)
Tastingtermin: 09.07.
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Es ist eine unspektakuläre Nase, leichte Herbe. (1)

Körper: Primär schmeckt man eine deutliche Herbe, gepaart mit leichter Säure, die sich am ehesten in Johannesbeeraroma sammeln. Zum Essen mit kräftigeren Speisen passt das durchaus, als reinen Trinkwein ist er aber zu doll. (5)

Abgang: Im Abgang bleibt die Säure, die Johannesbeere kommt noch etwas heraus. (1)

Fazit: (7)

Snobfaktor: 12.31

Prollfaktor: 15.83

Sonntag, 31. Mai 2009

Monatsrückblick: Mai

Der Mai gehört dem Kalender nach zwar noch zum Frühling, doch zumindest hier rückt einem der Sommer bedrohlich auf die Pelle und erinnert daran, dass für unser Großprojekt nicht unendlich viel Zeit zur Verfügung steht. Dabei kann man nicht sagten, dass wir keine Fortschritte machten. Wir hatten diesen Monat zwar neben den üblichen Enttäuschungen durchaus ein paar Extreme - so einen untragbar schweren wie einen unverträglich süßen und einen unerträglich schlechten Tropfen - aber eben auch ein, zwei Flaschen, die wirklich ins Raster fallen.
Besonders gefallen hat mir dabei der "Vipra Rosa" (2/8/1/11:21.26), der nicht nur mit ansehnlicher Flasche betört, sondern auch ein wirklich frischer, bodenständiger Wein ist, der mit seinen 3.45€ einen noch finanzierbaren Begleiter für alle Lebenslagen darstellt.
Ebenfalls eine positive Überraschung war der "Châteu de La Puède" (1/7/3:11:20.95) von "Rossmann", vielleicht ein wenig zu leicht und mit einer Whiskynase, aber doch ein anständiger Wein, den man von einer Bande, die eigentlich Pflegecremen, Tampons und Teelichte verkauft, gar nicht erwartet hätte.
Etwas abseits unserer ursprünglichen Fragestellung haben wir ferner mit "Kilkenny" (0/8/2/9:31.75) einen echten Freund für den Morgen danach gefunden, wenn wir durstig sind, aber noch keinen Rosé mögen würden.

Nun gut. Diesen Monat fehlt mir allerdings eines: Warum - zur Hölle - sollte ich den Tag mit Rosé verbringen, anstelle möglichst weit zu schlafen und abends den Whisky auszupacken. Holistisch gesehen scheint mir das die offensichtlich vernünftigere Alternative. Vielleicht sollte man darüber nochmal in Ruhe nachdenken ... aber wie sagte gleich der Zen-Meister: Man wird sehen...

Dienstag, 26. Mai 2009

Lagaria, 2008 (Italien, Pinot Grigio)

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 3.95 (Hol'ab)
Tastingtermin: 26.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Die Nase ist unbeeindruckend, man schmeckt den Alkohol, aber in keiner phenolischen Weise. Es riecht beinahe ... nein, ich will mich nicht verzetteln ... nun, dennoch ... es riecht beinahe ... nein, ich will nicht voreingenommen wirken (ich beurteile doch nichts nach der Farbe seines Körpers!!) ... nun, doch ... Es riecht nach Weißwein! (1)

Körper: Hail, Weißwein, ich wusste schon immer, dass du im Herzen farblos bist, gleich wie multikulti du dich auch im trügerischen Bild des Augenscheins gibst. Friss meine Shorts, rasier' mir die Eier, der Rosé ist tot, Jim ... wir können und wir dürfen nicht unterstützen, dass ein paar Idioten jeden blöden Weißwein aufgrund einer unter hundert unrasierter Trauben als Rosé verkaufen. Verdammte Idioten, dieser Wein gilt nicht! Der wird weder ein Sommerrosé, noch ein Herbstrosé, noch der Nektar, der aus expliziten Regionen eurer Sexualpartner zu schlabbern ist. Es ist, jessesmaria, kein Rosé! (4)

Abgang: War Weißwein je ob seines Abgangs bekannt? Ich spare mir weitere Flüche... (1)

Fazit: Abseits meines gewagten, wissenschaftlichen Projektes zu den Alternativen zum Rosé stellt sich einem hin und wieder die Frage, ob man eigentlich gerade das Richtige trinkt. Der "Lagaria" ist dafür ein Beispiel erster Güte. Man sitzt da und fragt sich: WAS ZUR HÖLLE??? Nun ehrlich: Der "Lagaria" ist kein schlechter Wein, aber er ist jessesmotherfuckernochmal kein Rosé!
Sie kennen doch diese Flaschen voll des klebrig-farbigen Zeugs, welches man gemeinhin Sirup nennt. Nehmen Sie einen halbwegs vernünftigen Grauburgunder und machen Sie (nur der Farbe wegen) einen Tropfen davon in diese Flasche und Sie sind zufrieden: Bleiches Rosa mit minimalem geschmacklichen Unterschied zu seinem unbefleckten, weißen Bruder ... gut, das mag rassistisch klingen. Aber: Wenn Sie das wollen, kaufen Sie verdammtnochmal keinen Rosé! (5)

Snobfaktor: 13.33

Prollfaktor: 24.00

Sonntag, 24. Mai 2009

Marqués de García, 2007 (Spanien, Tempranillo / Garnacha)

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 2.50 (Rossmann)
Tastingtermin: 24.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Kräftige Himbeernote, getragen von spürbarem Alkohol. Leicht bittere Süße, schön rund. (2)

Körper: Der recht hohe Alkoholanteil schlägt sich deutlich im Geschmack nieder. Von der Süße der Nase bleibt fast nichts über; es ist ein trockener, herber Rosé. Für maßlosen Konsum daher nicht geeignet, ist er eher zum Schlürfen an besinnlichen Herbstnachmittagen oder aber auch zu kräftigem Salat (bspw. griechisch), mit dem die Essignote (nicht negativ gemeint) sicher harmonieren würde. Sebastian legt ferner Pizza nahe ... weil das im Grunde salatähnlich sei ... mit Brot und viel drauf ... wie Salat halt. (7)

Abgang: Die Herbe kommt hier ganz deutlich zum Vorschein. Das versaut dabei das Aroma nicht, wenngleich die restlichen Geschmacksrichtungen recht schnell verschwinden. (1)

Fazit: Dem Anspruch an einen Sommerrosé gereicht der "Marqués de García" ob seiner Herbe nicht, obschon er an sich kein schwerer Wein ist. Deswegen schlagen wir ihn als passende Darreichung für nicht allzu leichte Sommerspeisen vor ... Salat und ... Pizza. (10)

Snobfaktor: 26.67

Prollfaktor: 26.00

Dienstag, 19. Mai 2009

Cimarosa, halbtrocken, 2008 (U.S.A., Zinfandel)

%Vol: 10,5
Preis (je 0,75l): 1.99 (LIDL)
Tastingtermin: 19.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Eine überkandierte Trockenfrucht, pervertiert zu einem Maße, welches die Natur niemals hätte erreichen können, steht hier im Vordergrund ... genauer: Gummibärchen! (1)

Körper: Der Geschmack enttäuscht die Erwartungen der Nase nicht. Vor allem ist der "Cimarosa" süß. Dabei ist er weder schwer, noch wässrig, noch sauer, noch bitter. Er ist einfach nur süß. Ausgeschrieben ist er zwar als halbtrocken, doch wenn das halbtrocken ist, dann muss die liebliche Variante davon ein Spektrum der Süße-Empfindung abdecken, für welches menschliche Geschmacksknospen überhaupt nicht ausgelegt sind. Und neben seiner Süße gibt es auch keine anderen konkreten Aromen als ... Gummibärchen! (3)

Abgang: Der Abgang ist nicht gut, nicht schlecht und Sebastian hat sicherlich recht, wenn er darauf besteht, dass wir den Abgang relativ zum Körper bewerten sollten. Daher bekommt er seine zwei Punkte, die freilich nicht zu vergleichen sind mit den zwei Punkten eines "Malumbres", aber dem eigenen Körper nicht wirklich abträglich ist. (Man versuche mal einen Rosé zu imaginieren, der den Körper des "Cimarosa" hat, aber den Abgang eines "Châteu de La Puède" aufweist. Ich meine, das wäre wirklich gegen die Natur; ein echter Krüppelwein!)
Geschmacklich kommt hier im Ausklingen der spürbare Geschmack von Pappe hervor. Anschließend an Nase und Körper ist ganz klar, womit der "Cimarosa" am ehesten zu vergleichen ist: Esspapier! (2)

Fazit: Aufgrund seines ausgesprochen günstigen Preises hält der "Cimarosa" bei Snob- und Prollfaktor durchaus die Waage. Das sollte freilich eigentlich Zeichen dafür sein, dass er einen guten Kandidaten für den Sommerrosé abgiebt. Aber trotz Weltwirtschaftskrise, Lohnausfall und einen sprunghaften Anstieg der Tarife im Rotlichtmilieu muss man doch nicht alles trinken. Gut, man könnte sicher eine ordentliche Bowle daraus machen oder mit dem Gedanken spielen, einen Blend aus dem "Cimarosa" und dem gefürcheten "Francoius Dulac" vorzunehmen und zu schauen, was dabei rauskommt, aber zum Trinken ist dieser Tropfen nicht wirklich zu empfehlen.
Kommende Woche bringt "ALDI" übrigens den "Long Wood Zinfandel Rosé" heraus, die direkte Konkurrenz zum "Cimarosa" (beides die jeweiligen Hausmarken), sogar noch 20 Cent günstiger. Ich bin aber versucht, auch wenn das phänomenale Snob- und Prollfaktoren ermöglichen könnte, diesen Kelch an mir vorbeigehen zu lassen. (6)

Snobfaktor: 20.10

Prollfaktor: 26.38

Mittwoch, 13. Mai 2009

bree Rosé, 2007 (Rheinhessen, Pinot Noir)

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 3.99 (REWE)
Tastingtermin: 13.05.
Tastingmaster: Marian

Nase: Auch auf die Gefahr, mich in meiner Wortwahl zu wiederholen: Kaum vorhanden. (0)

Körper: Nun, der "bree" hat einen relativ schweren Geschmack, tendierend zu den Aromen von Johannesbeeren und Zitrone. Das Ganze ist allerdings unterlegt mit einer spürbar bitteren Note und die Säure ist in der Kombination dazu ausgesprochen unangenehm. Nein, das ist kein schöner Rosé, weder für den Sommer noch für dessen Nächte, noch für den Herbst oder Frühling oder jedwede denkbare interstellare Jahreszeit. Zur Ehrenrettung muss man ihm zugute halten, dass er zumindest ein gewisses Aroma hat, also nicht wässrig ist, dieses aber geschickt hinter einer Wand von saurer Bitterkeit zu verstecken weiß. (4)

Abgang: Über den Abgang mag ich eigentlich nicht viele Worte verlieren. Wie die meisten aromatischen Krüppel setzt sich beim "bree" im Abgang nur eine Bitterkeit fort, die gottseidank nicht zu langanhaltend ist. (0)

Fazit: Nun, entgegen einiger wesentlich talentierterer, erfahrenerer und kundigerer Weintrinker als mir, bin ich ein großer Freund von Drehverschlüssen an Weinflaschen (spätestens seit ich meinen letzten Korkenzieher mitsamt meinem Tabak und vermutlich meiner analen Unschuld - nennen wir es: nicht mehr ganz nüchtern - auf dem Heimweg von einer Feierlichkeit verloren habe). Ich bin auch ein Freund schöner Flaschen, in der selben Weise ich ein Freund schöner Frauen bin. Wenn sie sich einem schon öffnen, dann ist das Letzte, was man will, dass man vor lauter Enttäuschung dabei an all die wesentlich weniger schönen, aber wesentlich besseren denken muss. Ich neige daher dazu, für den "bree Rosé" eine neues Label (zu meiner Zeit nannte man sowas eine "Kategorie" ... naja) einzuführen: Die der "Enttäuschung des Jahres"!
Ich meine, was denken sich die Rheinhessen bitte? Packen ihren übelsten Fusel in eine schöne Flasche, verlassen sich auf einen halbwegs guten Ruf als Weinbauern und glauben, der Rest der Republik geht dem auf den Leim?? Für eine Bande von Barbaren, die nicht richtig geradeaus Deutsch sprechen können, ist das zugegebenermaßen ein ausgesprochen ausgeklügelter Plan... Und ja, vielleicht nicht der Rest der Republik, aber Trottel wie ich.
Wieauchimmer. Da ich trotz allem immer noch von der Flasche angetan bin, möchte ich dennoch eine Empfehlung aussprechen: Wenn Sie eine schöne Bar haben, hinter Glas, getaucht in güldenes Licht, die einen mit einem eigenen, handgestrickten Deckchen unterlegten "Black Bowmore" von 1964 und einen noch im Originaltonkrug befindlichen, von professionellen Abenteurertauchern geborgenen Wein aus der Zeit des späten Hellenismus enthält, und wenn Sie trockener Alkoholiker oder Antialkoholiker aus Überzeugung sind und mit dieser Bar nur Ihre Freunde beeindrucken oder Ihre ästhetischen Bedürfnisse befriedigen wollen, dann und nur dann kaufen Sie sich den "bree Rosé". (4)

Snobfaktor: 6.68

Prollfaktor: 15.04

Samstag, 9. Mai 2009

Vipra Rosa (Italien, Montepulciano)

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 3.45 (REWE)
Tastingtermin: 09.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Eine schöne, blumige Nase, die sich leicht mit Rosenblüten assoziieren lässt. (2)

Körper: Der erste Eindruck ist die markante Spritzigkeit, der deutliche Geschmack von Kohlensäure, der einen leichten, frischen Wein vermuten lässt. Dann macht der "Vipra" aber eine ganz hervorragende Kurve und offenbart einen markanten, nicht so sehr kräftigen als vielmehr zentrierten und charakteristischen Geschmack. Er ist weder wässrig, noch schwer, genaugenommen sind wir der Meinung hier zum ersten Mal ein wirklich ausgewogenes Verhältnis dieser beiden Richtungen zu haben, ohne einfach auf der blanken Mitte stehenzubleiben. Hier werden die Extreme miteinander verwoben, nicht gemieden. Hier bleibt man nicht einseitig hängen, sondern hat einen Rosé, der wirklich die Bezeichnung "rund" verdient hat. Ein Kleinwenig bleibt bei Ausgewogenheit die Vielfalt des Aromas auf der Strecke, ansonsten ein durch und durch empfehlenswerter Tropfen. (8)

Abgang: Leider vollendet der Abgang den "Vipra" nicht so recht. Er ist relativ kurz und setzt dem Gechmack nichts Neues hinzu. Ganz am Ende kommt eine ganz leichte Säure auf, aber jenseits allen bedenklichen Maßes. (1)

Fazit: Holla, hier haben wir mal wieder einen Kandidaten für den Sommerrosé. Der Angebotspreis von 3.00 hat mich gleich veranlasst, noch ein paar Flaschen nachzukaufen. Der Alltagspreis von 3.45 gefährdet die Stellung als Alltagsrosé geringfügig. Aber man kann ihn rundum empfehlen, für den Nachmittag am Strand oder auf dem Balkon, sowie zum Grillen oder Salatieren. Daumenhoch für die Nasen aus dem Süden. (11)

Snobfaktor: 21.26

Prollfaktor: 18.12

Freitag, 8. Mai 2009

Kilkenny (Irland, Red Ale)

%Vol: 4,2
Preis (je 0,75l): 1.89 (REWE)
Tastingtermin: 08.05.
Tastingmaster: Marian


Alternativen zum Rosé

Nase: Sieht man diese einladende, dunkelrote, leicht bronzene Farbe, die trotz des leichten Schaumes auf dem Kopf äußerlich das entscheidendeste Merkmal ist, freut man sich auf das Urteil des nächsten Sinnesorganes. Das ist aber weniger beeindruckt. Die Nase hat ein spürbar malziges Aroma, mehr auch nicht; nichts, was man irgendwie mit Sommer assoziieren würde. (0)

Körper: Spürbar prickelnd und dennoch von robuster Gestalt ist "Kilkenny" ein hervorragend erfrischendes Getränk. Man fühlt sich nicht so leer, wie wenn man sich mit Wasser den Durst löscht, und nicht so durstig, wie wenn man ... nun ... naja, man fühlt sich königlich entdürstet. Nein, jetzt habe ich doch noch was: Es schlägt einen nicht so nieder wie ein "Guinness", nach dem man sich ob der Schwere und Süße immer noch den Durst löschen muss ... mit einem "Kilkenny" beispielsweise. Im Mund behalten und etwas herumgewälzt spürt man etwas wie eine entfernte Weinbrandnote, mit der eine leichte Holzigkeit mitschwingt. (8)

Abgang: Hintenraus ist "Kilkenny" sehr präsent. Es hinterlässt einen leicht bitteren, im Vergleich zu Rosé schweren Geschmack im Mund, dem in den letzten Noten wieder Malzigkeit anhaftet. Das ist nicht zu verurteilen, wertet aber den doch sehr angenehmen Körper nicht weiter auf. (1)

Fazit: Was ich am "Kilkenny" mag, ist, dass es einen meiner Ansprüche zur Perfektion erfüllt: Man kann es den ganzen Tag trinken, ohne ihm überdrüssig zu werden. Das muss man auch, schließlich braucht man die dreifache Menge Ale, um im selben Umfang Alkohol konsumiert zu haben wie bei einem Rosé. Außerdem mag ich, dass es einen nicht mit diesem auf Weinflaschen mittlerweile allgegenwärtigen diskreminierenden Symbol für "Nixfürschwangere" belästigt, sondern höflich darauf hinweist, verantwortungsvoll zu trinken. Man kann am nächsten Tag, wenn man die Pfandflaschen in der Wohnung oder im Garten zusammensucht und sich darüber freut, am Ende noch Geld herauszubekommen, weil man trinkt, sich problemlos ein neues aufmachen ohne dass einem schlecht wird: Es ist ein hervorragender Frühstücksdrink (ich empfehle zu einem kräftigen irischen oder englischen Frühstück ... oder einfach einem Steak!) - und da habe ich auch die Fachmeinung von Oz Clarke hinter mir. Das vermögen wenige Rosé.
Allerdings hat "Kilkenny" auch eine böse Schattenseite und die zeigt sich nicht zuletzt in dem erbärmlichen Prollfaktor. Es ist die Schattenseite, die wohl so ziemlich allen Bieren anhaftet.
Denn mal ehrlich: natürlich geht es uns um den Geschmack - sonst müssten wir hier ja gar nicht rumrezensieren - aber geht es uns nur um den Geschmack? Schwerlich, sonst würden wir wie die echten Kenner ja den Wein wieder ausspucken.
Und natürlich: Wir wollen unseren Durst löschen - sonst könnten wir auch Käse rezensieren - aber geht es nur um den Durst? Schwerlich, sonst könnten wir uns einfach endlich bei den Stadtwerken anmelden.
Die Schattenseite ist, dass man von Bier einfach nicht betrunken wird. Wenn man am Ende des Abends nicht mehr weiß, wie oft man auf dem Klo war, so liegt es bei Bier nicht daran, dass man zu betrunken war, sondern dass man einfach 95% farbiges Wasser in sich hineingekippt hat.
Mein Fazit lautet daher: "Kilkenny" und alle Ales, Stouts, Ober- oder Untergärungen und alle anderen Malzgetränke, die nicht dreimal destilliert wurden, sind keine Alternativen zum Sommerrosé. Das bedeutet nicht, dass beides nicht Hand in Hand gehen kann. Ich persönlich empfehle den Sommerrosé für den Tag und das Ale für den Morgen danach. Natürlich nur an Sonn- und Feiertagen ... denn Sie wissen ja: Trinken Sie verantwortungsvoll! (9)

Snobfaktor: 31.75

Prollfaktor: 11.11

Montag, 4. Mai 2009

Malumbres Navarra Rosado (Spanien, Garnacha)

%Vol: 13,5
Preis (je 0,75l): 3.99 (ebrosia)
Tastingtermin: 04.05.
Tastingmaster: André


Wider den Discountern - das ebrosia-Experiment (Teil 3): 5 Rosé unter 5 Euro vom Online-Fachhändler!

Nase: Etwas intensiver als meine bisherigen Rosé kommt der Malumbres mit einer schönen fruchtigen Süße daher. Irgendwie erinnert der mich an Himbeerkaltschale. (2)

Körper: Fruchtig-frisch, das Bild "lecker Kaltschale im Hochsommer" bleibt, die Süße bindet sich schön ein. (8)

Abgang: Der Abgang trägt die Frische sehr schön weiter, ganz zum Schluss kippt er minimal in's Bittere, wird aber durch die umfassende Süße kompensiert. (2)

Fazit: Na das nenne ich mal ein rundum gelungenes Gesamtpaket. Ein toller Sommer-Rosé mit allem was man braucht: Frische, Fruchtigkeit, dezente, nicht aufdringliche Süße und 13,5vol% (das hebt den Proll-Faktor beträchtlich)! Davon darf's auch gern ein Karton mehr sein- leider ist der Malumbres Navarra Rosado aber im Augenblick nicht mehr lieferbar... (12)

Snobfaktor: 20.05

Prollfaktor: 16.92

Sonntag, 3. Mai 2009

Châteu de La Puède, 2007 (Frankreich)

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 3.50 (Rossmann)
Tastingtermin: 03.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Hier haben wir eine ausgewogene, milde Fruchtigkeit, leicht und angenehm. Es ist etwas zu flüchtig für die Maximalnote, aber doch sehr sommerlich mit wohltuend leichter Süße.
Man kann das gern als Spätfolgen eines jahrelangen, übertriebenen Alkoholkonsums und der damit verbunden völligen Verätzung der Geruchssinneszellen abtun, aber - meine Damen und Herren - ich bekomme hier die Idee des typischen Geruchs eines Blended Scotch mit. Damit meine ich Schuhputzmittel wie "Johnny Walker", aber auch akzeptable Trinkwhisky wie "Famous Grouse" oder "Macallan". Ich gebe frei zu, dass dies ziemlich abwegig klingt, aber wir sollten eines: nämlich die spirituell-religiöse Komponente eines Weintastings nicht vergessen: Nämlich dass Er, der große J., aus Wasser Wein gemacht hat. Und das bedeutet weiter: er konnte aus Wasser alles machen. Also auch Wein mit Whiskyaroma. Man denke mal nach darüber... (1)

Körper: Man verspricht uns auf dem Etikett ein "Blumenbeet" ... wir haben offengestanden noch nie eins gekostet, aber wenn man damit den Geschmack eines dünnen, fast wässrigen Rosé meint, stimmen wir zu. Nun, bleiben wir fair: Es ist ein schöner, sehr frischer Wein, mal nicht charakteristisch im Sinne von StehtzwarRosédrauf-schmecktabernachsonstwas, sondern ehrlich, leicht und sommerlich. Nur eben vielleicht eine Spur zu leicht. Lässt man ihn auf der Zunge zergehen, deutet sich ferner eine leichte Öligkeit an. (7)

Abgang: Der Abgang ist hier ganz hervorragend. Er entschärft alles, was sich auch nur ganz leicht als Bitterkeit im Geschmack andeutet, hat einen vollen Charakter, der beinahe eigenständig wirkt im Vergleich zu dem luftigen Körper. (3)

Fazit: "La Puède" ist ein guter Sommerrosé für all die Mädchen, die's gern besonders leicht mögen. (11)

Snobfaktor: 20.95

Prollfaktor: 17.86

Samstag, 2. Mai 2009

Lamberti Santepietre, 2006 (Italien, Bordolino Chiavetto)

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 3.99 (AKTIV-Discount)
Tastingtermin: 02.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Erdbeeren, leichtes Aroma, frisch, fruchtig ... Frühling ... fein! (2)

Körper: Im Geschmack ist der Gute durchaus ausgewogen, spritzig mit einem leichten Eindruck von Kohlensäure. Er macht sich sicherlich gut für heiße Sommertage, wenn es nicht allzu schwer sein darf. Wenn man ganz aufmerksam schmeckt, drängt sich im Hintergrund eine ganz leicht phenolische Note dazwischen. (7)

Abgang: Der "Lamberti Santepietre" hat in seinem Abgang etwas von dem eines allzu ungestümen Koitus: Er ist schnell vorüber, ihm folgt eine kurze Pause, der sich deutlich spürbare Bitterkeit anschließt. Er holt aus dem Körper nicht mehr raus als das Nötigste und macht daher einen eher überflüssigen Eindruck ... die Analogie ist übrigens schon zuende. (0)

Fazit: Versucht man sich auf einem Gebiet zu orientieren, mit dem man (noch) nicht hinlänglich vertraut ist, so bietet es sich an, sich an jene Dinge zu halten, die man zumindest entfernt kennt. "Lamberti Santepietre Merlot" ist Sebastians erklärter Lieblings(rot)wein und so ist es nicht nur ein pragmatischer Schritt, sondern beinahe eine moralische Verpflichtung, den Rosé-Ableger dieses Hauses in die Mangel zu nehmen. Es wäre falsch zu sagen, dass dieser ein schlechter Tropfen sei. Wenn man sich schon die Mühe macht, den Geschmack eines vergorenen Traubenwassers in drei Aspekte zu zerlegen, darf man dann nicht böse werden, wenn einer davon mal nicht stimmt. Was ich sagen will ist Folgendes: "Lamberti Santepietre Rosé" ist kein schlechter Wein. Nur der Abgang ist übel. Das ist wie, wenn man bei CounterStrike vergessen hat, das "C" für den Funk zu drücken, dann mit "3" eigentlich "Need Backup" sagen will, aber stattdessen die - sagen wir: MP-5 gegen das (zugegebenermaßen wohldesignete, aber doch gegen eine - sagen wir: AK-47) unnütze Messer tauscht: Die Situation ist anfänglich eigentlich gar nicht so aussichtlos, doch durch einen kleinen Makel kippt sie und wird so richtig berstig...
Ich sollte dringend mit diesen Vergleichen aufhören.
Zum Punkt: "LSR" wäre ein guter Rosé, wäre da nicht der Abgang. Und man kann vieles verschmerzen, doch nicht den letzten Eindruck. Im Grunde wäre sogar ein schlechter Körper besser als ein lausiger Abgang, denn wenn man das Gespräch unterbricht, um das Glas zum Mund zu führen, kann man doch die Übelkeit anfangs unterdrücken, doch will mit ihr nicht das Gespräch weiterführen müssen. Auch, wenn es ein Selbstgespräch ist... Cheers! (9)

Snobfaktor: 15.04

Prollfaktor: 15.04

Torre Castillo 'Jumilla' (Spanien, Monastrell)

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 5.50 (Casa Olala)
Tastingtermin: 02.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Schon die Nase macht spürbare Andeutungen, dass wir es hier mit einem Rosé zu tun haben, mit dem man einen haarigen, kneipenschlägereigewohnten, dem Neandertaler noch nah verwandten Hamburger Hafenarbeiter erschlagen könnten. Es ist ein derart schwerer Geruch - getragen von sehr intensivem Beerenaroma -, dass man bei der sich andeutenden Süße beinahe eine Substanz erwartet, mit der Robinson Crusoe seine Hütte hätte zusammenleimen können. Alles in allem also kein prinzipiell schlechter Start, bedenkt man, dass das wirklich eine Spannung aufbaut, wie das Gebräu denn nun schmeckt. (1)

Körper: "Intensiv" ist wohl das richtige Attribut, um den "Torre Castillo" zentral zu beschreiben. Die erahnte Süße kommt spürbar zum Vorschein, er ist wirklich sehr schwer, extrem beerig, viel zu hart ... und es ist gar nicht einzusehen, sich hier mit Komparativen zu begnügen: Für einen Rosé ist er das Schwerste, Beerigste und Härteste, was man sich vorstellen kann. Der "zieht einen richtig runter" (Sebastian).
Stellt man sich das typische Schorlenschema etwa so vor, dass der Wasseranteil das jeweilige Produkt geschmacklich wie gehaltsmäßig entschärft (man also bspw. bei einer Rotweinschorle die Tore zum literweisen Konsum von dem geliebten Château d'Amour, Bordeaux rouge, Manifique avec Verre
öffnet, sich bei einer Weißweinschorle auch nach sieben Schoppen noch guten Gewissens selbst hinters Steuer setzen kann und bei einer Roséschorle so etwas herauskommt wie ... sagen wir: einen Grand Sud Merlot Rosé), dann ist der "Torre Castillo" die Mutter aller Rotweinschorlen! Ich sehe es bildlich vor mir: Da saßen die großen Köpfe in Jumilla fröhlich im Kreis, randvoll mit dem guten, selbstgebrauten Monastrell, und fragten sich, wie sie ihr Produkt, bei dem man sich in der originalen Rotweinvariante fühlen muss, als wäre man mit einem Johannesbeerstrauch penetriert worden, auch schon vormittags konsumieren könnten. Und die Lösung hieß ganz einfach: "Vino rosso con aqua" (was man in Fachkreisen dann auch "Vino rossado" nennt).
Es wäre unangemessen, ihnen das so richtig übel zu nehmen; zumal ich, am späten Abend in einem ähnlichen wie dem eben imaginierten Zustand allein am Lagerfeuer schon meine Freude an diesem etwas kräftigeren Tropfen fand; nachdem ich mir den Tag mit dem einen oder anderen leichteren Rosé vertrieben hatte. Alles in allem ist das kein schlechter Wein, das Faszinierende ist sogar, dass es sich um einen wirklich schweren Rosé handelt, der aber nicht gleich an Port oder Sherry zu erinnern anfängt. Ein etwas spröder Charakter, liebenswert wie ein behindertes Kind in der obligatorischen, allweihnachtlichen Spendenkampagne der "Caritas".
(6)

Abgang: Ich habe je eigentlich keine Ahnung von Wein, und bestimmt ist es irre schwer, einem schweren Wein einen kontrollierten Abgang folgen zu lassen. Zuviel Mitleid wollen wir dafür aber doch nicht aufkommen lassen, und daher gibt es für diesen Abgang, der doch spürbare Bitterkeits- und Säurenoten aufweist, keine Gnade. Während er ausklingt, hält das Ganze noch recht gut mit dem zentralen Aroma zusammen, beim letzten Auslaufen bleibt allerdings nur noch Säure. Ein bitteres Ende, was einen große Dankbarkeit dafür empfinden lässt, dass wir diese Flasche nicht selber bezahlt haben. (0)

Fazit: Diese Flasche war eine freundliche Spende von Sebastians Ma und das bedeutet zwei Dinge: Erstens hat sie einen guten Weinhändler, denn der hat für ihren zu schweren und kräftigen Rotweinen neigenden Geschmack den angemessenen Rosé herausgesucht. Zweitens erfüllt der Wein daher zwar das erste Kriterium unserer Suche nach dem perfekten Sommerrosé nicht: unentwegte Trinkbarkeit bei übernatürlicher Qualität; aber dafür das zweite um so besser: minimalen Einkaufspreis.
Der "Torre Castillo" sei daher all jenen empfohlen, die sich aus ideologischen Gründen im Sommer nicht an Rotwein vergreifen, sich ihren winterlichen Genuss trotz Hitze und Durst aber nicht nehmen lassen wollen; jenen, denen auch in den Tropen nicht einfallen würde, sich Wein einzuschenken, durch den man durchschauen kann; jenen, denen sich das Wort "Sommerrosé" zwar orthographisch erschließt, die ihm aber einfach keine Bedeutung abringen können. Wenn Sie also zu denen zählen, stellen Sie sich eine, nur eine einzige Frage: Was zur Hölle suchen Sie in diesem Blog?? (7)

Snobfaktor: 8.48

Prollfaktor: 11.82

Freitag, 1. Mai 2009

Lurton Rosé de Syrah ´Les Bateaux´ (Frankreich, Syrah)

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 4.99 (ebrosia)
Tastingtermin: 01.05.
Tastingmaster: André


Wider den Discountern - das ebrosia-Experiment (Teil 2): 5 Rosé unter 5 Euro vom Online-Fachhändler!

Nase: Fruchtig-frisch, so muss ein Rosé riechen. (1)

Körper: Lecker kalt, frisch und fruchtig. Als Aroma fixieren kann ich rote Johannisbeere. Ein minimales prickeln auf der Zunge, sehr gefälliger Sommerwein... (7)

Abgang: Der Abgang ist ganz nach meinem Geschmack: Trocken, trotzdem erfrischend, eine leichte Astringenz hinten raus. Sehr schön! (3)

Fazit: Ein gefährlich guter Terassenwein. Lecker, fruchtig-frisch, nix alkoholisches, dafür aber sehr erfrischend. Bei weitem nicht so komplex wie der ebrosia-Nr.1-Tempranillo-Rosé, dafür aber ein spritziger Begleiter zu gegrilltem Geflügel oder einfach so, zum Wegschlabbern auf dem Balkon, an heißen Sommertagen. (11)

Snobfaktor: 14.70

Prollfaktor: 12.53

Freitag, 24. April 2009

Vina Vilano Ribera del Duero Rosado, 2008 (Spanien, Tempranillo)

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 4.76 (ebrosia)
Tastingtermin: 24.04.
Tastingmaster: André


Wider den Discountern - das ebrosia-Experiment (Teil 1): 5 Rosé unter 5 Euro vom Online-Fachhändler!

Nase: Der Wein duftet lecker nach Frucht, Erdbeere, dazu etwas säuerlich. Kindheitserinnerung: lecker, kalter, frisch angerührter Erbeer-Quark. (1)

Körper: Im Antritt eine Fruchtbombe, aber nicht im "frischen Sinne". Eher in Alkohol eingelegte Kirsche, Rumtopf. Ein schweres Geschoß. Entwickelt sich dann über eine minimale Säure zu einer leichten Bitterkeit (Kaffee) hinten raus. Sehr interessanter Rosé, könnte man lange dran philosophieren, der komplexeste, den ich je hatte. (9)

Abgang: Der Abgang ist für mich außerordentlich angenehm: Keine (häufig bei Rosé anzutreffende) klebrige Süße, sondern ein leichte, frische Bitterkeit, welche den komplexen Körper fein zu einem würdigen Ende führt. Den könnte man ohne weiteres den ganzen Abend trinken - Klasse! (3)

Fazit: Jawoll... da haben wir einen ersten Volltreffer! Mit knapp 5 Euro zwar schon im High-End - aber ... man gönnt sich ja sonst nix! ;-) Überraschend deutlich nimmt die Tempranillo-Rebe Einfluß auf das Gesamtkunstwerk. Dadurch entsteht ein interessanter und komplexer Wein, welcher allerdings die klassische Einfachheit und Spritzigkeit eines Sommer-Rosé (wie in Doc Gonzo's Tasting gesucht) etwas vermissen lässt. Deshalb ein Fazit in zwei Schritten: 1. Klasse Wein! 2. Möglicherweise nur bedingt als "Durstlöscher an heißen Sommertagen" geeignet. (13)

Snobfaktor: 18.21

Prollfaktor: 13.66

=> auf getestet von S&M

Villa del Rey Rosé, 2006 (Chile, Cabernet Sauvignon)


%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 2.49 (REWE)
Tastingtermin: 24.04.
Tastingmaster: Marian

Nase: Eine kompakte, weiche Nase, leichte Trockenfrucht, eine Idee von Holz. (1)

Körper: Oh, das ist ein überraschend guter Tropfen. Leicht ölig, an Sherry erinnernd und ohne jede Säure. Der Geschmack zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Standfestigkeit aus. Wirklich ausgesprochen angenehm; da ist Geschmack, aber weder zu aufdringlich, noch zu sehr im Hintergrund. Ein ausgezeichneter Rosé, die Chilenen haben da ein wirklich feines Stöffchen zusammengeschraubt.
ERGÄNZUNG: Beim zweiten Tasting fiel mir eine spürbare Erdbeernote auf. Jammi! (8)

Abgang: Der Abgang entfaltet kaum neue Geschmacksnoten, ist aber langanhaltend und völlig frei von Säure und Bitterkeit. Der bekommt gute Punkte, weil er diesen wundervollen Körper einfach gut weiterträgt und angenehm ausklingen lässt. (2)

Fazit: Ich glaub, ich hab mich verliebt. Hier haben wir die Frische eines Rosé kombiniert mit den gelobten Qualitäten des 2004er Gallo. Ich bin sehr angetan. Ich vermute sogar, dass wir den Villa del Rey den ganzen Abend lang trinken können, weil er eben nicht zu schwer ist, gerade noch die Kurve vom Genießer- zum Sommerwein kriegt. Und: Der Preis ist absolut moderat; ich hatte schon befürchtet, das Budget erhöhen zu müssen. Aber nein: Allmählich scheint das Sommerroséprojekt voranzukommen. (11)

Snobfaktor: 29.45

Prollfaktor: 26.10

Montag, 20. April 2009

Côtes de Provence, 2006

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 2.29 (REWE/Nahkauf)
Tastingtermin: ca. 20.04.
Tastingmaster: Jakob

Nase: Eine förmliche Blumenbombe: blumig, blumig, blumig. Vielleicht Jasmin und Rosen. (2)

Körper: Das wars dann aber auch mit dem Lob: Der ist wirklich bitter und vollkommen unausgewogen. Er brennt sogar im Rachen (hab ich wirklich Wein und nicht Spiritus im Glas?). (1)

Abgang: Abgang? Soll ich lachen? Nun ja es gibt schon einen Abgang, aber der setzt den Körper konsequent fort: bitter. (0)

Fazit: (3)

Snobfaktor: 8.73

Prollfaktor: 28.38

Mittwoch, 15. April 2009

Aichenberg Premium Blauer Zweigelt Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (REWE)
Tastingtermin: 15.04.
Tastingmaster: Marian

Nase: Hier haben wir eine frische, leichte Nase, sommerlich, dezent und angenehm, vielleicht ein Ganzkleinwenig muffig. (1)

Körper: Die Kräftigkeit des Zweigelt bekommt man hier gleich zu spüren. Wir haben ein volles Aroma, Johannesbeeren, vielleicht etwas Kirschen, durchaus etwas Blumiges (Rose?), auf jeden Fall eine deutlich kohlensäurige Note. Das muss ein hervorragender Wein zum Essen sein, ich frage mich, ob er zum Purtrinken auf Dauer nicht zu schwer wäre. Aber auf jeden Fall hat er Charakter, das ist zu unterstützen. Und vorallem: Er schmeckt nach Wein, ohne zu schwer zu werden. Das heißt, ihm geht die für Rosé immer gefährliche Wässrigkeit ab, ohne gleich zu sehr die Sporen in den Gaumen zu rammen. Ich bin recht zufrieden hier. Es ist keine Liebe fürs Leben, aber wir sind hiermit endlich von den syphillitischen, minderjährigen, chinesischen Hafenhuren weg und können mal sehen, wohin es sich entwickelt. Ja, da ist wirklich Kirsche. (7)

Abgang: Es gibt im späten Abgang eine leichte Bitterkeit. Eine Weile lang hält sich der Körper, dann kippt er in eine letzte bittere Note. Rosé scheint generell damit Probleme zu haben. Hier hält sich das Weiche allerdings wenigstens noch ein Weilchen. Die naheliegendste Methode ist daher natürlich vor dem Einsetzen des Beißens das nächste Schlucken vorzunehmen. Bei hinreichender Kühlung ist das freilich minimiert, ich ringe mich daher dennoch zu einem Punkt durch. (1)

Fazit: Es mag die steigende Verzweiflung nach all den bisherigen Tiefschlägen sein, aber ich bin tatsächlich geneigt, diesen hier als ersten echten Kandidaten für meinen Sommerwein zu sehen. Er schmeckt, hat zwar seine Kanten, derer aber nicht zuviele, er hat eine vernünftige Preisklasse und er ist ein Blauer Zweigelt und im ausgehenden Winter hatte ich diese Robsorte als Rotwein sowieso für mich entdeckt, was so ein bisschen diese Schatzwirsindfüreinanderbestimmt-Gefühle ankitzelt. Letzteres ist sicherlich kein besonders objektives Kriterium. Der Drehverschluss, praktisch für unterwegs oder als Sicherung beim Umschmeißen allerdings schon. (9)

Snobfaktor: 20.07

Prollfaktor: 20.07

Montag, 13. April 2009

Blanchet Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 1.99 (EDEKA)
Tastingtermin: 13.04.
Tastingmaster: André

Nase: So, der Meister am Start... Nase ist leicht und frisch - kühlschrankkalte, frisch aufgeschnittene Wassermelone und ein Hauch von Kirschkonfiture - soweit nicht schlecht. (1)

Körper: Leider bleibt vom ordentlich ersten Eindruck in der Nase kaum etwas übrig: Der Geschmack ist in erster Line sauer (unreife, grüne Mirabelle?), von einem "Körper" zu sprechen wäre maßlos übertrieben. Sagen wir "säuerliches Körperchen", das triffst eher... (4)

Abgang: ... und geht auch so in den Abgang über. Sauer, ganz hinten raus dann mit ein paar Bitteraromen. Das war's! (0)

Fazit: Naja, das war wohl nix. Um ein einfaches Essen "runterzuspülen" mag der Blanchet Rosé unter Umständen funktionieren - zumal er beim EDEKA zum Angebotspreis von 1,99€ erworben wurde - aber Spaß macht er nicht. (5)

Snobfaktor: 16.75

Prollfaktor: 30.15

=> auf getestet von Marian

Lorch Pfälzer Landwein, halbtrocken

%Vol: 10,5
Preis (je 0,75l): 2.49 (REWE)
Tastingtermin: 13.04.
Tastingmaster: Jakob, Marian, Sebastian

Nase: Frisch, leicht fruchtig. (2)

Körper: Spritzig im Sinne von leichtkohlensäurehaltig, farblos im Sinne von geschmacksfrei, fasrig im Sinne von strunkendringelassen, säurig im Sinne von ziemlichsauer. (3)

Abgang: Kurz, leicht bitter, pelzig, besser schnell schlucken. (0)

Fazit: Ähm ... keins. (5)

Snobfaktor: 13.39

Prollfaktor: 21.08

Dornfelder Rosé

%Vol: 11,5
Preis (je 0,75l): 2.99 (LIDL)
Tastingtermin: 13.04.
Tastingmaster: Jakob, Marian, Sebastian

Nase: Anfänglich muffig im Sinne von: Lebtaufdemflussbettund- kommuniziertdurchfürze. Verflüchtigt sich allerdings nach hinreichend Einsatz von Geduld. (0)

Körper: Recht spritzig, geradezu kohlensäureartig, aber ohne Säure, also (konsequenterweise) kohlenartig. Apfel, oder doch: streuobstwiese (?). Reiche Farbe, was nichts heißt, weil der gute Gallo hatte matte Farbe. Viele, viele, Tränen. Relativ lieblich, aber nicht im negativen Sinne. (5)

Abgang: Aussagelos, da bleibt nichts im Sinne von: wiebeieinemgutenverbrechen. (0)

Fazit: Sebastian meint zwar, es sei ein Kandidat für den Sommerwein ... aber er hat unrecht. (5)

Snobfaktor: 11.15

Prollfaktor: 19.23

Mittwoch, 1. April 2009

Württemberg, Spätburgunder Weißherbst, 2006

%Vol: 11,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (LIDL)
Tastingtermin: 01.04.
Tastingmaster: Jakob

Nase: Hmm riecht nett, vielleicht sollte man den Tasting-Part nicht auf das Ende der Flasche verschieben, Also: so weit ich das noch einschätzen kann ist die Nase typisch unaufdringlich (man zeige mir einen Rosé mit markanter Nase) aber zumindest nicht abstoßend sondern mit Hoffnung auf mehr. (0)

Körper: leichte Holznoten, halbsaure Beeren, evtl. Himbeeren und eingelegte Kirschen, insgesamt leichter Kompott-Charakter, ein wenig zu viel Süße (6)

Abgang: Abgang ist ziemlich unspektakulär und nicht wirklich lang. (1)

Fazit: Eher durchschnittlich und für den Preis nicht wirklich zu empfehlen, obwohl er in Ermangelung anderer Wahlmöglichkeiten durchaus getrunken werden kann. (7)

Snobfaktor: 15.61

Prollfaktor: 18.39

Sonntag, 29. März 2009

Gallo Grenache Rose, 2004



%Vol: 11,5
Preis (je 0,75l): 3.99 (Globus(?))
Tastingtermin: 29.03.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Eine kräftige, trockenfruchtige Nase, so weit ich mich erinnere... (1)

Körper: Relativ schwerer, tendenziell portweinartiger Charakter, leicht ölig, Trockenfrucht. (8)

Abgang: Schöner, langer Abgang, behält den Charakter des Körpers, weich und warm. (3)

Fazit: Eine echte Entdeckung, Omas alte Gallo-Flasche. Ein portiger, schwerer Rosé, vermutlich eher für die späteren Abendstunden; fast schon herbstgeeignet. Sicherlich kein finanzierbarer Sommerwein und sicher nichts für die drückende Hitzewelle, aber eine hervorragende Wahl, die man sich für das Leben jenseits des obligatorischen Sommerkonsums vormerken kann. (12)

Snobfaktor: 20.05

Prollfaktor: 14.41

Blanchet Dornfelder Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (REWE)
Tastingtermin: 29.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Die Nase ist in Ordnung, frisch, leicht rosig, kühle Trockenheit. Weckt wieder einmal die Hoffnung auf einen Sommerwein, die... (1)

Körper: ... natürlich enttäuscht werden muss. Der Körper ist eigentlich gar nicht so schlecht, nur leider bekommt man von ihm nicht viel mit, er ist wie das kurze Aufbranden eine Frühlingsbrise, die ... (4)

Abgang: ... von einer Dampflok herben Abgangs überrollt wird, die stetiger ist als alles andere an diesem Wein. Am späteren Abend, wenn man schon über alles hinaus ist und der Säuregehalt im Rachen sowieso genügt, um Hering einzulegen, mag das keine Rolle mehr spielen, aber ein Sommerwein sollte es einem ja so angenehm wie möglich machen, da erstmal hin zu kommen. (0)

Fazit: Herbe Enttäuschung. Ich dachte irgendwie, Blanchet wäre so ein Wein für den Normalverbraucher, nicht versnobt, aber doch ehrlich schlicht, schließlich legt einem das der Preis ja auch nahe. Aber da kann ich beim Grand Sud bleiben, der hat zwar weniger Aroma, man hat aber zumindest die Möglichkeit, das noch herauszuschmecken. (M, 29.03) (5)

Snobfaktor: 11.15

Prollfaktor: 20.07

=> auch getestet von André

Freitag, 27. März 2009

Francoius Dulac. Vin de Pays Portes de Méditerranée

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 1.74 (REWE)
Tastingtermin: 27.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Eine fruchtige, einladende Nase, verspricht auch an meteorologisch halbsaitenen Tagen sommerliche Gefühle. Nicht übermäßig, aber doch angenehm spürbar. (1)

Körper: Ajajaj, da bleibt nicht viel Erwartung befriedigt. Herb und bitter sind die Primärnoten, sicherlich gut geeignet für Pennergame mal echt gefühlt. Man sollte vielleicht doch die Finger von den Weinen im untersten Regal lassen. Sonst bleibt den Pennern ja nichts. (3)

Abgang: Ah, das bitterböse Ende großer Verheißungen: Selbst die Kälte des Serviertwerdens täuscht nicht über die bittere Herbe hinweg, die so lange stehen bleibt, wie man es sich von einem Abgang wünscht: Nur, dass der selbst nicht schmeckt. (0)

Fazit: Schon als ich auf dem Heimweg vom Supermarkt den 0,7l-Flaschenpreis ausrechnete, ahnte ich allmählich, dass es vielleicht doch nicht die beste Idee war, den Blanchet stehen zu lassen. Natürlich ist der Sommer lang und die Kasse knapp, aber Jesses, wie der alte Buk schon sagte: Ein echter Mann sorgt sich nicht ums Essen. Und meinte wohl: Dafür ums Trinken. Und da ein Magen voller Wein auch satt macht: hungern, aber besseren Wein kaufen. Mal sehen, was ich mit den übrigen 0,8l mache. Kennt jemand ein Kochrezept mit Rosé? (4)

Snobfaktor: 15.33

Prollfaktor: 35.92

Freitag, 20. März 2009

Spätburgunder Rosé Halbtrocken, Baden

%Vol: 11,0
Preis (je 0,75l): 2.29 (REWE/Nahkauf)
Tastingtermin: 20.03.
Tastingmaster: Jakob

Nase: Die Nase ist kaum vorhanden, wenn man will leicht frisch, aber auf jeden Fall nicht muffig. (0)

Körper: Der Wein hat eine nette Balance aus Säure und Zucker, was ihn herrlich unaufgeregt macht. Bedenkt man den lediglich halbtrockenen Charakter, so versteht den weniger aggressiven Geschmack, der zu einem recht klassischen Erlebnis der Geschmacksknospen führt.
(7)

Abgang: Der Abgang ist überraschend langlebig ohne schwer zu wirken. (2)

Fazit: Ich bin von diesem Spätburgunder igs. positiv überrascht. Er wirkt gut ausbalanciert und nicht zu schwer. Ja er kann guten Gewissens flaschenweise an lauen Abenden konsumiert werden, ohne lästig zu werden. (9)

Snobfaktor: 26.20

Prollfaktor: 24.02

Grand Sud Merlot Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 1.86 (REWE)
Tastingtermin: 20.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Die Nase ist sicherlich nicht das entscheidendste Merkmal für einen Rosé (weswegen ich die Nasen/Abgangs-Wertung im Vergleich zu unseren Whiskystandards einfach getauscht habe). Der hat allerdings überhaupt keine. Verlässt man sich lediglich auf seine oifaktorischen Qualitäten, könnte es sich auch um gelösten Sirup zum Fliegenfangen handeln. (0)

Körper: Was sehr schön ist, und was man sich sicherlich auch von einem Sommerwein wünschen sollte, ist die beinahe völlige Abwesenheit von Säure. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man irgendwann zuviel von seinem Trinkrosé hat, weil man dieses Gefühl bekommt wie nach zuviel kräftigem, ausgereiften CabSauv. Das ist ein echtes Plus, es gibt genügend Rosé, die bei dem Versuch Aroma zu bekommen einfach zu herb und schwer werden. Viel mehr allerdings gibt es hier auch nicht. Da ist ein leichter Traubengeschmack, aber hintergründig genug, um dem Verdacht aufzusitzen, man nippt an einer Schorle. So wenig er also die schlechten Eigenschaften eines Rosé hat, so wenig auch die guten. Insgesamt also recht dünn und eindimensional. (5)

Abgang: Den eindeutigen Unterschied zum Bonbonwasser macht wohl zumindest der Abgang. Auch der ist freilich unaufgeregt, aber hier kommen zumindest einige Fruchtaromen durch, wenn man aufpasst. (1)

Fazit: Insgesamt ist der Grand Sud Rosé ähnlich seinem klassischen Merlotbruder: Trinkbarer, unspektakulärer Wein zu sehr vernünftigem Preis; nicht mehr, nicht weniger. Man kann viel davon trinken und man wird sich gewiss nicht an den Abend wegen des Weines erinnern (wenn man sich überhaupt an was erinnert); weder im guten noch im schlechten Sinne. Dass er dabei standardmäßig in der Literflasche kommt, ist eher als Bonus zu betrachten: wenn es geschmacklich schon keinen Unterschied macht, will man wenigstens nicht ständig auf den Wein gestoßen werden, indem man eine neue Flasche aufmachen muss. Insgesamt aber ist er wohl einfach zu flach, um einen guten Sommerwein abzugeben. Wer will schon einen flachen Sommer? (6)

Snobfaktor: 21.51

Prollfaktor: 32.26