Samstag, 2. Mai 2009

Lamberti Santepietre, 2006 (Italien, Bordolino Chiavetto)

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 3.99 (AKTIV-Discount)
Tastingtermin: 02.05.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Erdbeeren, leichtes Aroma, frisch, fruchtig ... Frühling ... fein! (2)

Körper: Im Geschmack ist der Gute durchaus ausgewogen, spritzig mit einem leichten Eindruck von Kohlensäure. Er macht sich sicherlich gut für heiße Sommertage, wenn es nicht allzu schwer sein darf. Wenn man ganz aufmerksam schmeckt, drängt sich im Hintergrund eine ganz leicht phenolische Note dazwischen. (7)

Abgang: Der "Lamberti Santepietre" hat in seinem Abgang etwas von dem eines allzu ungestümen Koitus: Er ist schnell vorüber, ihm folgt eine kurze Pause, der sich deutlich spürbare Bitterkeit anschließt. Er holt aus dem Körper nicht mehr raus als das Nötigste und macht daher einen eher überflüssigen Eindruck ... die Analogie ist übrigens schon zuende. (0)

Fazit: Versucht man sich auf einem Gebiet zu orientieren, mit dem man (noch) nicht hinlänglich vertraut ist, so bietet es sich an, sich an jene Dinge zu halten, die man zumindest entfernt kennt. "Lamberti Santepietre Merlot" ist Sebastians erklärter Lieblings(rot)wein und so ist es nicht nur ein pragmatischer Schritt, sondern beinahe eine moralische Verpflichtung, den Rosé-Ableger dieses Hauses in die Mangel zu nehmen. Es wäre falsch zu sagen, dass dieser ein schlechter Tropfen sei. Wenn man sich schon die Mühe macht, den Geschmack eines vergorenen Traubenwassers in drei Aspekte zu zerlegen, darf man dann nicht böse werden, wenn einer davon mal nicht stimmt. Was ich sagen will ist Folgendes: "Lamberti Santepietre Rosé" ist kein schlechter Wein. Nur der Abgang ist übel. Das ist wie, wenn man bei CounterStrike vergessen hat, das "C" für den Funk zu drücken, dann mit "3" eigentlich "Need Backup" sagen will, aber stattdessen die - sagen wir: MP-5 gegen das (zugegebenermaßen wohldesignete, aber doch gegen eine - sagen wir: AK-47) unnütze Messer tauscht: Die Situation ist anfänglich eigentlich gar nicht so aussichtlos, doch durch einen kleinen Makel kippt sie und wird so richtig berstig...
Ich sollte dringend mit diesen Vergleichen aufhören.
Zum Punkt: "LSR" wäre ein guter Rosé, wäre da nicht der Abgang. Und man kann vieles verschmerzen, doch nicht den letzten Eindruck. Im Grunde wäre sogar ein schlechter Körper besser als ein lausiger Abgang, denn wenn man das Gespräch unterbricht, um das Glas zum Mund zu führen, kann man doch die Übelkeit anfangs unterdrücken, doch will mit ihr nicht das Gespräch weiterführen müssen. Auch, wenn es ein Selbstgespräch ist... Cheers! (9)

Snobfaktor: 15.04

Prollfaktor: 15.04

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