Donnerstag, 30. Juli 2009

Maison Ninon, 2008 (Frankreich, Cinsault / Syrah)

%Vol: 12.0
Preis (je 0,75l): 3.99 (Rossmann)
Tastingtermin: 30.07
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Oifaktorisch bestrachtet ist der "Ninon" eher flüchtig. Da ist eine Erdbeerfrische, aber nichts übertrieben auffälliges. (1)

Körper: Wässrig mit einer deutlichen Herbe. Er schmeckt dabei nicht so übel, wie das jetzt klingt, wartet eben aber auch mit keinerlei bemerkenswerten Aromen auf. Fünf Punkte, weil kein Geschmack: weder guter noch schlechter. (5)

Abgang: Bitter und sauer. Schade eigentlich. (0)

Fazit: Ja, schon enttäuschend, gerade in Anbetracht des doch üppigen Preises und der zuvor eigentlich positiven Erfahrung mit Rossmann-Weinen; dennoch trinkbar. (6)

Snobfaktor: 10.03

Prollfaktor: 15.04

Cidre de récoltant (Frankreich, Bedan)

%Vol: 2.0
Preis (je 0,75l): 3.99 (eborisa)
Tastingtermin: 30.07
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Alternativen zum Rosé

Nase: Frische Süße mit klarem Apfelaroma, aber eine prägnanten Honignote. In Honig eingelegter Apfel. Jammi. (2)

Körper: Der Körper entwickelt sich, ist nicht unform, startet den aromatischen Turbo. Zunächst wird die durch die Kohlensäure abgefangene Süße deutlich, die etwas an Apfelkuchen erinnert. Diese wird durch eine weiche Frische abgelöst, apfelig, vollmundig, schön. Wenn das abklingt steigt eine feine Herbe auf, die dem Ganzen eine angenehme Wende bringt. (8)

Abgang: Besagte Herbe ist hält ein, zwei Momente, wird dann aber durch die darunterliegende Süße überdauert. Es bleibt eine ganzkleinwenig klebrige Apfelsüße, Tendenz Apfelbonbonaroma. (1)

Fazit: Da die Süße trotzallem recht spürbar ist, wird dieser Cidre nach schon wenigen Gläsern etwas pappig. Für den gelegentlichen Genuss wohl zu empfehlen sollte man die Flasche lieber mit Freunden teilen, um den schönen Geschmack mitzunehmen, ohne ihm allzubald überdrüssig werden zu müssen. (11)

Snobfaktor: 18.38

Prollfaktor: 2.51

Montag, 13. Juli 2009

Jean d'Aosque, 2007 (Frankreich, Syrah)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 4.49 (ebrosia)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Wider den Discountern - das ebrosia-Experiment (Teil 4): 5 Rosé unter 5 Euro vom Online-Fachhändler!

Nase: Leichte, fruchtige Nase mit etwas Erdbeere. (1)

Körper: Wir haben hier eine cremige Schwere mit spürbarem Alkohol. Vollmundig und durchaus als Rosékonzentrat zu verkaufen schindet der "Jean" Eindruck. Dies ist auf keinen Fall ein spritziger Rosé, sondern ein kräftiges Gemüt, welches man besser ordentlich abkühlt vor dem Genuss. (7)

Abgang: Die sich im Aroma leicht andeutende Bitterkeit entfaltet sich im Abgang leider allzudeutlich. Im Gegensatz zu anderen präsenteren Weinen bleibt vom Aroma nicht mehr übrig als eine Bitterkeit, an deren Verfliegen eine etwas unangenehme Süße haftet. (0)

Fazit: Kein schlechter Wein, aber ganz sicher etwas anspruchsvoller, nicht geeignet zum Durstlöschen und für heiße Tage. Preislich am oberen Limit enttäuscht er dabei allerdings allzusehr mit schwachem Abgang, so dass er nicht nur nicht als Sommerrosé, sondern auch als Abendwein kein übertrieben naheliegender Kandidat ist. Vernünftig trinkbar, aber nicht zum Bevorraten zu empfehlen. (8)

Snobfaktor: 11.88

Prollfaktor: 13.92

Pieuré Saint-Hippolyte, 2008 (Frankreich)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 3.33 (Globus)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Nase: Süßlich, marmeladig, leicht süßkirschig, auch gern melonig. Riecht etwas nach Zinfandel ... schmeckt gottseidank nicht danach. (1)

Körper: Kräftig, wir spüren den Alkohol ... im Sinne von: schmecken. Ausgesprochen schmackhaft. Markant süß, nicht aggressiv, aber gehaltvoll. Dabei ist er nicht zu schwer, durchaus würdig zum Mehrtrinken. Cassis. Apfel. (7)

Abgang: Für diesen süßen Wein hat er doch eine in diesem Fall wirklich erkennbare leichte Astringenz ... trotz der Süße. Mit der Süße. Bleibt die Süße. (0)

Fazit: Zu echt, um schlecht zu sein, zu süß, um länger zu taugen. (8)

Snobfaktor: 21.55

Prollfaktor: 18.77

Ventoux, 2008 (Frankreich, Grenache / Cinsault / Carignan / Syrah)

%Vol: 12.5
Preis (je 0,75l): 2.90 (Globus)
Tastingtermin: 13.07
Tastingmaster: André, Marian


Nase: In der Nase, haben wir eine kühle, leicht herbe Frische; durchaus angenehm und unaufdringlich. Macht keine großen Versprechungen und weckt auch keine bösen Befürchtungen. (1)

Körper: Eins ist sicher: der "Ventoux" ist ein ausgesprochen trockener Rosé. In einem klassischen Tannin-Move legt er einem die Zunge trocken, voller Überzeugung, dass sein natürlicher Aggregatzustand nicht liquid ist. Dabei allerdings wartet er mit einer überraschenden Fruchtigkeit auf, frei aller Süße oder Kohlensäure, aber deutlich wie eine Mischform aus Melone und Sternfrucht. Paradox wie es klingt, ist er dabei erschreckend ausgewogen; so dass er wenig Spielraum für imaginäre Verbesserung lässt. (9)

Abgang: Es kommt eine leichte, aber unbedeutende Herbe hinzu, die von einer durchaus recht standhaften Frische kompensiert wird. Alles in allem kein Flip Flop, aber man geht auch nicht in die Knie. (1)

Fazit: Die Kombination aus Trockenheit und Frucht machen den "Ventoux" zu einem anspruchsvolleren Rosé, mal abseits der Frucht-, Tannin- und Säurebomben. Man muss sich nicht vormachen, dass die Sonne untergehen muss und alles würde gut (denn die Hitze wäre weg), sondern man muss einsehen, dass es hier ein 24h-Genusswein ist. Viel können wir im Sommer davon zweifellos nicht trinken - dafür ist er zu trocken - aber gerade in Rücksichtnahme auf den Preis haben wir hier einen Kandidaten, der sich wirklich mal lohnt, abseits des Sommerrosé frequentiert zu werden. Eine gelungene Mischung, wie man vielleicht auch erwarten sollte, wenn man schon ein knappes halbes Dutzend Rebsorten zusammenschmeißt. (11)

Snobfaktor: 25.29

Prollfaktor: 21.55

Sonntag, 5. Juli 2009

Gallo, 2007 (U.S.A., Grenache)


%Vol: 9.5
Preis (je 0,75l): 4.99 (REWE)
Tastingtermin: 05.07
Tastingmaster: Jakob, Marian, Sebastian


Nase: Süß, papierig, etwas nach Kirsche. (1)

Körper: Süß, pappig, etwas nach Kirschgelee. (4)

Abgang: Süß. (1)

Fazit: Was für ein Scheiß! Nun gut, man hat mich davor gewarnt, ich hätte es besser wissen müssen, es ist alles meine Schuld. Und natürlich passt es ins Bild: Wir brauchen die Feindbilder der bösen Großindustriellen, um unsere eigenen Federweiserexperimente zu legitimieren und natürlich passen in diese am besten weiße, californische Republikaner, die in ihren Disney-inspirierten Geldspeichern Hispanoboys missbrauchen. Der "Gallo" ist keiner weiteren Worte wert, man hätte auf den alten Bukowski hören sollen und die Finger davon lassen. (6)

Snobfaktor: 8.02

Prollfaktor: 9.52

Freitag, 26. Juni 2009

Johannes Egberts, 2008 (Pfalz, Spätburgunder)

%Vol: 13.0
Preis (je 0,75l): 2.29 (plus)
Tastingtermin: 26.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Mit einer leicht säuerlichen, trockenen Nase macht dieses Glas einen recht weißweinigen Eindruck und bestätigt damit die Erwartung, die die recht helle Farbe weckt. Dabei ist sie jedoch durchaus angenehm, und trotz furchtbarer Erfahrungen mit als Rosé getarnten Weißweinen, wollen wir ja nicht mehr vorurteilsbehaftet sein, als wir es Tag aus, Tag ein sowieso sind... (1)

Körper: Frisch, leicht säuerlich, ohne übertriebene Fruchtigkeit oder Schwere. Die Nähe zum Weißwein ist spürbar, aber man kann ihn dennoch einigermaßen vernünftig pur trinken. Der "Johannes E." macht keine Zicken, aber auch keinen Lapdance. (6)

Abgang: Der Körper kippt um und übrig bleibt ... nix. (0)

Fazit: Auch unter der Maßgabe eines Highspeedtastings vor dem Kinogang bilden wir uns ein, ein profundes, professionelles, wissenschaftliches und zeitlos gültiges Urteil über diesen Wein gebildet zu haben. Und das lautet: Er ist durchaus trinkbar, schnell und schmerzlos, und sicherlich damit auch fair im Preis. Zum Essen ist er dabei sicherlich besser geeignet als pur, aber er gehört auf keinen Fall zu den Weinen, den man aus Stolz oder Snobismus abweisen sollte, wenn auf einer Feierlichkeit einem ein Kasten angeboten wird oder jemand am Straßenrand eine angebrochene Flasche verloren hat. (7)

Snobfaktor: 20.38

Prollfaktor: 28.38

Mittwoch, 24. Juni 2009

Louis de Montgérac, 2007 (Frankreich, Bordeaux)


%Vol: 12.0
Preis (je 0,75l): 3.49 (aktiv Discount)
Tastingtermin: 24.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Vollnasig, vielversprechend, leiche Süße, sehr präsent. (2)

Körper: Da gibt es kaum spürbar Kohlensäure, dennoch haben wir eine angenehme Frische, die entgegen des "Folinari" dennoch eine offensive aromatische Vielfalt besitzt. Die Stärke eines Bordeaux meldet durchaus ihren Anspruch an. Gut komponierte Charakteristik, eine Note von Sauerkirschen, die an trockenes Gelee erinnert, zuckerfreie rote Grütze ... mit einer Idee von Kräutern ... ja ... Kräutern der Provinz ... ja : Thymian! (9)

Abgang: Hier findet sich leider keine überragende Wende, der Geschmack bricht in eine bittere Note, die zunimmt, je mehr man trinkt. Diese ist nicht übermannend, aber dennoch zu deutlich, um sie zu vernachlässigen. (1)

Fazit: Der Hauptmakel am "Louis" ist wohl, dass nach umfangreichem Konsum die Bitterkeit im Abgang zu überwiegend wird. Das ist der einzige Haken, denn ansonsten haben wir hier einen tollen, ausgewogenen Rosé. Aber eben vielleicht eher zum bedachten Genuss als maßlosen Konsum zu empfehlen. (12)

Snobfaktor: 22.92

Prollfaktor: 17.19

Samstag, 13. Juni 2009

Folinari Aurora, 2008 (Italien, Pinot Grigio)


%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (REWE)
Tastingtermin: 13.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Nicht vorhanden ... ja doch: schwach vorhanden ... also nicht wie Wasser ... Erkennung: Wein. Erkennung: Rosé könnte man vielleicht noch sagen. Aber eben ohne Inhalt. Irgendwie... (0)

Körper: Anders als die meisten leichten sommerlichen Rosé besticht der "Folinari" nicht durch Kohlensäure, sondern die Leichtigkeit kommt von der Abwesenheit schwererer Aromen oder Bitterkeit. Es ist eine Wässrigkeit im nicht-negativen Sinne. Der Alkohol ist kaum spürbar und es bleibt weder Säure noch Abstringentifigenz (neues Lieblingswort!) über, die einem das Trinken versauen könnte. Eine leichte Süße, die sich aber nicht in konkrete Aromen aufschließen lässt, begleitet das Ganze. Damit bekommen wir hier eine schlichte Form von einem Sommerrosé, gut trinkbar aber keinesfalls anspruchsvoll. (7)

Abgang: Der Abgang entspricht dem Körper. Die darin erreichte Leichtigkeit bleibt lange erhalten, neue Aspekte treten allerdings nicht hinzu. In umgekehrter Genussreihenfolge würde der Abgang sogar einen noch etwas besseren Wein nahelegen - er ist eines wahrhaften Sommerrosé würdig. (2)

Fazit: Jeder Tastingbeitrag hat eine Geschichte. Ich erinnere mich, dass "Folinari" einmal ein Cabernet-Sauvignon-Tasting bei uns aufwirbelte, und so haben wir guten Grund, auch den Rosé dieses Hauses zu probieren...
Nein, haben wir nicht. Dieser Rosé ist ein Grauburgunder, und wenn wir beginnen den mit CabSauv zu vergleichen, können wir eigentlich auch gleich Pepsi gegen Apollinaris an den Start schicken.
Dieser Tastingbeitrag hat also keine Geschichte. Wir haben ihn gekauft, weil wir ihn uns vom zusammengesammelten Pfandgeld gerade so leisten konnten.
Um so überraschender, dass wir für ihn eine Sonderempfehlung aussprechen können: Trotz der eher durchschnittlichen Wertung wollen wir diesen Rosé vor folgendem Hintergrund empfehlen: Es ist kein übertrieben guter Wein, aber ein treffsicherer Sommerrosé, weil er trotz fehlender aromatischer Komplexität eine angenehme Leichtigkeit bei wohligem Geschmack erreicht; gekennzeichnet durch die Abwesenheit negativer Faktoren (ein schlichter Volkswein sozusagen ... Zinfandel also!). Es ist gewissermaßen die Grundsubstanz zum Sommerwein, hier müssten jetzt nur noch Aromen hinein ... Kirschlikör oder so. (9)

Snobfaktor: 20.07

Prollfaktor: 20.07

Dienstag, 9. Juni 2009

Vina Vilano Ribera del Duero Rosado, 2008 (Spanien, Tempranillo)

%Vol: 13,0
Preis (je 0,75l): 4.76 (ebrosia)
Tastingtermin: 09.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian


Nase: Wir vernehmen einen eigensinnigen Geruch, der eine gewisse Blumigkeit aufweist, und an Himbeere erinnert ... mich ferner an die Hefeklöße meiner Großmutter. (1)

Körper: Besonders auffällig ist zunächst die Kohlensäure, die einen feinen Gegenpunkt zu dem sonst sehr kräftigen und schweren, spürbar alkoholischen Körper darstellt. Das ist im Grunde auch der Hauptkniff des "Vina Vilano", durch die Gleichzeitigkeit von aromatischer Schwere und spritziger Frische eine Rotweinbitterkeit mit typisch sommerlicher Kohlensäure zu kombinieren. Das Dumme daran ist, dass beide Richtungen sich nicht so recht um ein charakteristisches Zentrum drehen wollen, sondern eher nebeneinander stehen. Das tun sie zwar nicht in einem solchen Extrem, dass sie völlig losgelöst wären, aber dennoch spürt man deutlich, wie Rotwein hier mit Sekt ringt. Kein schlechter Rosé, aber zu astringent für den Sommer. (7)

Abgang: Interessanter Abgang. Im Nachspiel hält sich der Körper wie ein Großer. Es interveniert allerdings alsbald eine gewisse Säure, die eine Spitze anführt, nach deren Einbrechen der Geschmack immer noch da ist. Die Säure zieht gewissermaßen in die Zunge ein und hinterlässt etwas, was an die Nase erinnert (die Hefeklöße!). Insgesamt ist hat der "Vina Vilano" einen wohligen Nachklang mit spektakulärem Standvermögen ... der hält sich wie ein Rotwein! (3)

Fazit: Das hier ist alles andere als ein schlechter Wein, er ist sogar ausgesprochen interessant. Wir sind über ihn sogar ausgiebig mit uns in Klausur gegangen. Er hat Charakter und ist durchaus lecker, aber es fehlt eben der letzte Schliff und die Sommertauglichkeit. Eigentlich müsste man ihm außerdemeinen Bonuspunkt für den sexy knallroten Kunststoffkorken geben. (11)

Snobfaktor: 15.41

Prollfaktor: 13.66

=> auch getestet von André