%Vol: 13,0Preis (je 0,75l): 4.76 (ebrosia)
Tastingtermin: 09.06
Tastingmaster: Marian, Sebastian
Nase: Wir vernehmen einen eigensinnigen Geruch, der eine gewisse Blumigkeit aufweist, und an Himbeere erinnert ... mich ferner an die Hefeklöße meiner Großmutter. (1)
Körper: Besonders auffällig ist zunächst die Kohlensäure, die einen feinen Gegenpunkt zu dem sonst sehr kräftigen und schweren, spürbar alkoholischen Körper darstellt. Das ist im Grunde auch der Hauptkniff des "Vina Vilano", durch die Gleichzeitigkeit von aromatischer Schwere und spritziger Frische eine Rotweinbitterkeit mit typisch sommerlicher Kohlensäure zu kombinieren. Das Dumme daran ist, dass beide Richtungen sich nicht so recht um ein charakteristisches Zentrum drehen wollen, sondern eher nebeneinander stehen. Das tun sie zwar nicht in einem solchen Extrem, dass sie völlig losgelöst wären, aber dennoch spürt man deutlich, wie Rotwein hier mit Sekt ringt. Kein schlechter Rosé, aber zu astringent für den Sommer. (7)
Abgang: Interessanter Abgang. Im Nachspiel hält sich der Körper wie ein Großer. Es interveniert allerdings alsbald eine gewisse Säure, die eine Spitze anführt, nach deren Einbrechen der Geschmack immer noch da ist. Die Säure zieht gewissermaßen in die Zunge ein und hinterlässt etwas, was an die Nase erinnert (die Hefeklöße!). Insgesamt ist hat der "Vina Vilano" einen wohligen Nachklang mit spektakulärem Standvermögen ... der hält sich wie ein Rotwein! (3)
Fazit: Das hier ist alles andere als ein schlechter Wein, er ist sogar ausgesprochen interessant. Wir sind über ihn sogar ausgiebig mit uns in Klausur gegangen. Er hat Charakter und ist durchaus lecker, aber es fehlt eben der letzte Schliff und die Sommertauglichkeit. Eigentlich müsste man ihm außerdemeinen Bonuspunkt für den sexy knallroten Kunststoffkorken geben. (11)
Snobfaktor: 15.41
Prollfaktor: 13.66
=> auch getestet von André
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