Sonntag, 29. März 2009

Gallo Grenache Rose, 2004



%Vol: 11,5
Preis (je 0,75l): 3.99 (Globus(?))
Tastingtermin: 29.03.
Tastingmaster: Marian, Sebastian

Nase: Eine kräftige, trockenfruchtige Nase, so weit ich mich erinnere... (1)

Körper: Relativ schwerer, tendenziell portweinartiger Charakter, leicht ölig, Trockenfrucht. (8)

Abgang: Schöner, langer Abgang, behält den Charakter des Körpers, weich und warm. (3)

Fazit: Eine echte Entdeckung, Omas alte Gallo-Flasche. Ein portiger, schwerer Rosé, vermutlich eher für die späteren Abendstunden; fast schon herbstgeeignet. Sicherlich kein finanzierbarer Sommerwein und sicher nichts für die drückende Hitzewelle, aber eine hervorragende Wahl, die man sich für das Leben jenseits des obligatorischen Sommerkonsums vormerken kann. (12)

Snobfaktor: 20.05

Prollfaktor: 14.41

Blanchet Dornfelder Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 2.99 (REWE)
Tastingtermin: 29.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Die Nase ist in Ordnung, frisch, leicht rosig, kühle Trockenheit. Weckt wieder einmal die Hoffnung auf einen Sommerwein, die... (1)

Körper: ... natürlich enttäuscht werden muss. Der Körper ist eigentlich gar nicht so schlecht, nur leider bekommt man von ihm nicht viel mit, er ist wie das kurze Aufbranden eine Frühlingsbrise, die ... (4)

Abgang: ... von einer Dampflok herben Abgangs überrollt wird, die stetiger ist als alles andere an diesem Wein. Am späteren Abend, wenn man schon über alles hinaus ist und der Säuregehalt im Rachen sowieso genügt, um Hering einzulegen, mag das keine Rolle mehr spielen, aber ein Sommerwein sollte es einem ja so angenehm wie möglich machen, da erstmal hin zu kommen. (0)

Fazit: Herbe Enttäuschung. Ich dachte irgendwie, Blanchet wäre so ein Wein für den Normalverbraucher, nicht versnobt, aber doch ehrlich schlicht, schließlich legt einem das der Preis ja auch nahe. Aber da kann ich beim Grand Sud bleiben, der hat zwar weniger Aroma, man hat aber zumindest die Möglichkeit, das noch herauszuschmecken. (M, 29.03) (5)

Snobfaktor: 11.15

Prollfaktor: 20.07

=> auch getestet von André

Freitag, 27. März 2009

Francoius Dulac. Vin de Pays Portes de Méditerranée

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 1.74 (REWE)
Tastingtermin: 27.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Eine fruchtige, einladende Nase, verspricht auch an meteorologisch halbsaitenen Tagen sommerliche Gefühle. Nicht übermäßig, aber doch angenehm spürbar. (1)

Körper: Ajajaj, da bleibt nicht viel Erwartung befriedigt. Herb und bitter sind die Primärnoten, sicherlich gut geeignet für Pennergame mal echt gefühlt. Man sollte vielleicht doch die Finger von den Weinen im untersten Regal lassen. Sonst bleibt den Pennern ja nichts. (3)

Abgang: Ah, das bitterböse Ende großer Verheißungen: Selbst die Kälte des Serviertwerdens täuscht nicht über die bittere Herbe hinweg, die so lange stehen bleibt, wie man es sich von einem Abgang wünscht: Nur, dass der selbst nicht schmeckt. (0)

Fazit: Schon als ich auf dem Heimweg vom Supermarkt den 0,7l-Flaschenpreis ausrechnete, ahnte ich allmählich, dass es vielleicht doch nicht die beste Idee war, den Blanchet stehen zu lassen. Natürlich ist der Sommer lang und die Kasse knapp, aber Jesses, wie der alte Buk schon sagte: Ein echter Mann sorgt sich nicht ums Essen. Und meinte wohl: Dafür ums Trinken. Und da ein Magen voller Wein auch satt macht: hungern, aber besseren Wein kaufen. Mal sehen, was ich mit den übrigen 0,8l mache. Kennt jemand ein Kochrezept mit Rosé? (4)

Snobfaktor: 15.33

Prollfaktor: 35.92

Freitag, 20. März 2009

Spätburgunder Rosé Halbtrocken, Baden

%Vol: 11,0
Preis (je 0,75l): 2.29 (REWE/Nahkauf)
Tastingtermin: 20.03.
Tastingmaster: Jakob

Nase: Die Nase ist kaum vorhanden, wenn man will leicht frisch, aber auf jeden Fall nicht muffig. (0)

Körper: Der Wein hat eine nette Balance aus Säure und Zucker, was ihn herrlich unaufgeregt macht. Bedenkt man den lediglich halbtrockenen Charakter, so versteht den weniger aggressiven Geschmack, der zu einem recht klassischen Erlebnis der Geschmacksknospen führt.
(7)

Abgang: Der Abgang ist überraschend langlebig ohne schwer zu wirken. (2)

Fazit: Ich bin von diesem Spätburgunder igs. positiv überrascht. Er wirkt gut ausbalanciert und nicht zu schwer. Ja er kann guten Gewissens flaschenweise an lauen Abenden konsumiert werden, ohne lästig zu werden. (9)

Snobfaktor: 26.20

Prollfaktor: 24.02

Grand Sud Merlot Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 1.86 (REWE)
Tastingtermin: 20.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Die Nase ist sicherlich nicht das entscheidendste Merkmal für einen Rosé (weswegen ich die Nasen/Abgangs-Wertung im Vergleich zu unseren Whiskystandards einfach getauscht habe). Der hat allerdings überhaupt keine. Verlässt man sich lediglich auf seine oifaktorischen Qualitäten, könnte es sich auch um gelösten Sirup zum Fliegenfangen handeln. (0)

Körper: Was sehr schön ist, und was man sich sicherlich auch von einem Sommerwein wünschen sollte, ist die beinahe völlige Abwesenheit von Säure. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man irgendwann zuviel von seinem Trinkrosé hat, weil man dieses Gefühl bekommt wie nach zuviel kräftigem, ausgereiften CabSauv. Das ist ein echtes Plus, es gibt genügend Rosé, die bei dem Versuch Aroma zu bekommen einfach zu herb und schwer werden. Viel mehr allerdings gibt es hier auch nicht. Da ist ein leichter Traubengeschmack, aber hintergründig genug, um dem Verdacht aufzusitzen, man nippt an einer Schorle. So wenig er also die schlechten Eigenschaften eines Rosé hat, so wenig auch die guten. Insgesamt also recht dünn und eindimensional. (5)

Abgang: Den eindeutigen Unterschied zum Bonbonwasser macht wohl zumindest der Abgang. Auch der ist freilich unaufgeregt, aber hier kommen zumindest einige Fruchtaromen durch, wenn man aufpasst. (1)

Fazit: Insgesamt ist der Grand Sud Rosé ähnlich seinem klassischen Merlotbruder: Trinkbarer, unspektakulärer Wein zu sehr vernünftigem Preis; nicht mehr, nicht weniger. Man kann viel davon trinken und man wird sich gewiss nicht an den Abend wegen des Weines erinnern (wenn man sich überhaupt an was erinnert); weder im guten noch im schlechten Sinne. Dass er dabei standardmäßig in der Literflasche kommt, ist eher als Bonus zu betrachten: wenn es geschmacklich schon keinen Unterschied macht, will man wenigstens nicht ständig auf den Wein gestoßen werden, indem man eine neue Flasche aufmachen muss. Insgesamt aber ist er wohl einfach zu flach, um einen guten Sommerwein abzugeben. Wer will schon einen flachen Sommer? (6)

Snobfaktor: 21.51

Prollfaktor: 32.26