Freitag, 20. März 2009

Grand Sud Merlot Rosé

%Vol: 12,0
Preis (je 0,75l): 1.86 (REWE)
Tastingtermin: 20.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Die Nase ist sicherlich nicht das entscheidendste Merkmal für einen Rosé (weswegen ich die Nasen/Abgangs-Wertung im Vergleich zu unseren Whiskystandards einfach getauscht habe). Der hat allerdings überhaupt keine. Verlässt man sich lediglich auf seine oifaktorischen Qualitäten, könnte es sich auch um gelösten Sirup zum Fliegenfangen handeln. (0)

Körper: Was sehr schön ist, und was man sich sicherlich auch von einem Sommerwein wünschen sollte, ist die beinahe völlige Abwesenheit von Säure. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man irgendwann zuviel von seinem Trinkrosé hat, weil man dieses Gefühl bekommt wie nach zuviel kräftigem, ausgereiften CabSauv. Das ist ein echtes Plus, es gibt genügend Rosé, die bei dem Versuch Aroma zu bekommen einfach zu herb und schwer werden. Viel mehr allerdings gibt es hier auch nicht. Da ist ein leichter Traubengeschmack, aber hintergründig genug, um dem Verdacht aufzusitzen, man nippt an einer Schorle. So wenig er also die schlechten Eigenschaften eines Rosé hat, so wenig auch die guten. Insgesamt also recht dünn und eindimensional. (5)

Abgang: Den eindeutigen Unterschied zum Bonbonwasser macht wohl zumindest der Abgang. Auch der ist freilich unaufgeregt, aber hier kommen zumindest einige Fruchtaromen durch, wenn man aufpasst. (1)

Fazit: Insgesamt ist der Grand Sud Rosé ähnlich seinem klassischen Merlotbruder: Trinkbarer, unspektakulärer Wein zu sehr vernünftigem Preis; nicht mehr, nicht weniger. Man kann viel davon trinken und man wird sich gewiss nicht an den Abend wegen des Weines erinnern (wenn man sich überhaupt an was erinnert); weder im guten noch im schlechten Sinne. Dass er dabei standardmäßig in der Literflasche kommt, ist eher als Bonus zu betrachten: wenn es geschmacklich schon keinen Unterschied macht, will man wenigstens nicht ständig auf den Wein gestoßen werden, indem man eine neue Flasche aufmachen muss. Insgesamt aber ist er wohl einfach zu flach, um einen guten Sommerwein abzugeben. Wer will schon einen flachen Sommer? (6)

Snobfaktor: 21.51

Prollfaktor: 32.26

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