Freitag, 27. März 2009

Francoius Dulac. Vin de Pays Portes de Méditerranée

%Vol: 12,5
Preis (je 0,75l): 1.74 (REWE)
Tastingtermin: 27.03.
Tastingmaster: Marian

Nase: Eine fruchtige, einladende Nase, verspricht auch an meteorologisch halbsaitenen Tagen sommerliche Gefühle. Nicht übermäßig, aber doch angenehm spürbar. (1)

Körper: Ajajaj, da bleibt nicht viel Erwartung befriedigt. Herb und bitter sind die Primärnoten, sicherlich gut geeignet für Pennergame mal echt gefühlt. Man sollte vielleicht doch die Finger von den Weinen im untersten Regal lassen. Sonst bleibt den Pennern ja nichts. (3)

Abgang: Ah, das bitterböse Ende großer Verheißungen: Selbst die Kälte des Serviertwerdens täuscht nicht über die bittere Herbe hinweg, die so lange stehen bleibt, wie man es sich von einem Abgang wünscht: Nur, dass der selbst nicht schmeckt. (0)

Fazit: Schon als ich auf dem Heimweg vom Supermarkt den 0,7l-Flaschenpreis ausrechnete, ahnte ich allmählich, dass es vielleicht doch nicht die beste Idee war, den Blanchet stehen zu lassen. Natürlich ist der Sommer lang und die Kasse knapp, aber Jesses, wie der alte Buk schon sagte: Ein echter Mann sorgt sich nicht ums Essen. Und meinte wohl: Dafür ums Trinken. Und da ein Magen voller Wein auch satt macht: hungern, aber besseren Wein kaufen. Mal sehen, was ich mit den übrigen 0,8l mache. Kennt jemand ein Kochrezept mit Rosé? (4)

Snobfaktor: 15.33

Prollfaktor: 35.92

1 Kommentar:

  1. Innovatives Nachtasting: Francoius Dulac. Vin de Pays Portes de Méditerranée (zwei Wochen offen)

    %Vol: 12,5
    Preis (je 0,75l): 1.74 (REWE)
    Tastingtermin: 10.04.
    Tastingmaster: Marian

    Nase: Es heißt ja immer, Geruch- und Geschmackssinn seien miteinander verschränkt. Da Gott das nicht mit den Augen und der Nase gemacht hat, hilft die Rosafarbe nicht, auch den Geruch etwas anzufärben. (0)

    Körper: Tja, wie soll ich sagen, die Bitterkeit ist weitestgehend raus, allerdings - schätzen wir, dass sie vor etwa einer Woche verschwand - jeder andere Geschmack auch - schätzungsweise dann schon vor fast zwei Wochen. Also die Idee von Frucht und Frische ist nicht mal mehr die Idee, außer sie hat einfach schlecht Anteil an ihrer Verwirklichung im Dulac (jetzt platonisch gesehen). Eigentlich ist die Idee da ganz raus. Der Unterschied zum Wasser ist eigentlich nur noch im Abgang, der... (1)

    Abgang: ... von der einst so vertrauten, heimeligen und abstoßenden Bitterkeit doch noch einen Schatten erhalten hat. Es ist ein bisschen so, als hätte man gestern Abend ein Glas Roséschorle getrunken, dann 12h lang mit klaren Wasser nachgespült und was dann noch an Bitterstoffen übrig ist, spürt man auf der Spitze der Zunge mit einer gesunden Mischung aus unbestechlichem Weinkennertum und ... einer gehörigen Portion Phantasie. (0)

    Fazit: Ich gebe zu, es ist wohl nicht die beste Idee, einen schlechten Wein zwei Wochen lang stehen zu lassen und dann zu hoffen, dass er es sich nach der Schmach vom letzten Mal anders überlegt hat. Allerdings muss man natürlich Nachsicht mit mir haben, schließlich ist man als begeisterter Anhänger postapokalyptischer und außermoralischer Endzeitgeschichten ja mit einem gewissen Hang zu einer existenzerhaltenden und antidekadenten Alltagslogistik ausgestattet, in der Verschwendung nicht übertrieben viel Platz findet. Aber wie schon der verzweifelte chinesische Zoowärter zum letzten männlichen Panda auf der Welt sagte: FUCK THAT! Ich bin Blumen gießen... (1)

    Snobfaktor: 3.83

    Prollfaktor: 35.92

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